Toyota Verso: Japaner mit Diesel aus Steyr 

7. Dezember 2014, 17:00
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Der Toyota Verso glänzt mehr mit Sinn und Vernunft als mit Leidenschaft

Wien - Der Toyota Verso hat eine praktische und durchaus beliebte Größe, er ist noch halbwegs kompakt, bietet dabei aber größtmöglichen Platz. Und er spielt in einer Kategorie mit, in der die Konkurrenz recht deutsch und recht kräftig ist: Opel Zafira und VW Touran. Ingesamt ist das jetzt die Kategorie von Autos, mit der nicht die jungen, coolen und wilden Typen unterwegs sind, sondern eher die praktisch veranlagten und vernünftigen Menschen, die gemütlich auch noch ihre Kinder im hinteren Bereich des Automobils unterbringen müssen.

Bemerkenswert an unserem Testwagen ist der Motor, es ist ein Dieselaggregat, das nicht aus Japan kommt, sondern aus Österreich, nämlich aus Steyr. Der neue Vierzylinder ist ein BMW-Motor, den Toyota zugekauft hat. Er besticht durch Laufruhe und geringen Verbrauch. Den noch neueren Dreizylinder, der ebenfalls eine passende Option für den Verso gewesen wäre, wollte BMW offenbar noch nicht an die Konkurrenz ausliefern.

Bescheidener Verbrauch

Wir sprechen hier von 112 PS, das ist nicht unbedingt eine dynamische Motorisierung, aber bei vorausblickender Fahrweise oder auch engagiertem Stil eine ausreichende Motorisierung. Was ganz positiv auffällt, ist der bescheidene Verbrauch. Die Papierform von 4,5 Litern auf hundert Kilometer lässt sich in der Praxis zwar kaum umsetzen, viel mehr sind es allerdings nicht.

Die unteren der sechs Gänge sind eher kurz ausgelegt, die oberen dann länger und elastischer. In der Stadt kann man recht spritzig unterwegs sein, die Autobahnauffahrt geht auch noch flott, dann schlafft die Fahrleistung aber spürbar ab. Ob man jetzt sehr spritsparend oder auch sehr flott unterwegs sein mag, man wird um intensives und häufiges Schalten nicht herumkommen. Das steht nicht unbedingt auf der Plusseite. In der Variante ist aber nur ein Handschalter verfügbar.

Selbstbewusstes Auftreten

Der Verso ist zwar eine brave Familienkutsche, die Designer gaben sich allerdings redlich Mühe, dem Verso ein schnittiges und kantiges, fast aggressives Aussehen zu verleihen. Er ist flacher und länger als sein Vorgänger - und tritt einigermaßen selbstbewusst auf.

In der besseren Ausstattungsvariante erhält man das coole Multimediasystem Toyota Touch ebenso wie eine Rückfahrkamera. Für den Innenraum kann man ruhig das etwas abgenutzte Attribut "aufgeräumt" bemühen. Der Verso ist fast klinisch sauber, die Einrichtung ist bewusst sehr nüchtern gehalten. Die Verarbeitung ist gut, insgesamt erzeugt der Materialmix aber einen etwas langweiligen Eindruck. Seinen Spaß kann man aber mit der Variation der Sitzgelegenheiten haben. In der siebensitzigen Variante lassen sich angeblich 32 verschiedene Möglichkeiten zur Sitz- und Gepäcksverteilung schaffen. Die Sitze im Heck lassen sich komplett versenken. (Michael Völker, DER STANDARD, 28.11.2014)

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Toyota

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Ein praktisches und vernünftiges Auto.
    foto: stockinger

    Ein praktisches und vernünftiges Auto.

  • Durch kantiges Design lässt er auch ein bisschen Coolness raushängen: der Toyota Verso.
    foto: stockinger

    Durch kantiges Design lässt er auch ein bisschen Coolness raushängen: der Toyota Verso.

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