A5 wird im Abschnitt Schrick – Poysbrunn ausgebaut

28. November 2014, 12:41
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Fertigstellung im Herbst 2017 geplant – 324 Millionen Euro werden investiert, ein Viertel davon in Umweltschutzmaßnahmen

Mistelbach - Mit der Eröffnung des Baubüros in Mistelbach hat die Asfinag am Freitag den Startschuss für den Weiterbau der Nordautobahn (A5) gegeben. Der 25 Kilometer lange Abschnitt Schrick - Poysbrunn soll bis Herbst 2017 fertiggestellt werden - "jeder Tag früher" sei zu begrüßen, verwies Landesrat Karl Wilfing (ÖVP) auf die derzeitige Verkehrsbelastung in der Region.

Die Investitionen betragen 324 Millionen Euro. Parallel zu dem in vier Baulose gegliederten Projekt wird laut Asfinag-Vorstand Alois Schedl die Umfahrung des Grenzortes Drasenhofen geplant. Das UVP-Verfahren laufe bereits - mit dem Ziel eines Bescheids 2015, sodass die Umfahrung bis 2018 realisiert werden könne. Ein durchgehend vierspuriger Ausbau werde dann erfolgen, wenn dies in Tschechien der Fall sei, so Wilfing.

Bald Anbotseröffnung für Baufirmen

Hervorgehoben wurden bei einer Pressekonferenz die Vorteile der Nordautobahn, die Schedl zufolge Priorität eins habe: regionale und internationale Anbindung, Zeitersparnis für die Pendler und mehr Lebensqualität für die Bewohner der Orte an der stark frequentierten B7 sowie vor allem mehr Sicherheit. Laut Wilfing sank die Zahl der Verkehrstoten im A5-Abschnitt bei Wilfersdorf gegenüber der alten Strecke (B7) um 87 Prozent (von 22 Toten auf vier Tote im Zeitraum 2006 bis 2009).

Bereits in den kommenden Tagen erfolgt die Anbotseröffnung für die Baufirmen, im Frühjahr 2015 sollen die Arbeiten beginnen. Der Abschnitt wird dann in einem Stück für den Verkehr freigegeben. Man baue aber nicht einfach ein "Betonband" ins Weinviertel, verwies Alexander Walcher, Geschäftsführer der Asfinag Bau Management GmbH, auf die geplanten Umweltschutzmaßnahmen, die in Summe 81 Mio. Euro ausmachen sollen.

Sieben Hektar Wald gerodet

Dazu zählen neben Lärmschutzwänden und -wällen ökologische Ausgleichsmaßnahmen auf 109 Hektar. Sieben Hektar Wald mussten gerodet werden, insgesamt werden aber 14 Hektar aufgeforstet. Die Entwässerung der A5 werde über eine Druckleitung in die Thaya gepumpt.

Für den Abschnitt Schrick bis Poysbrunn sei bis zum Jahr 2025 ein Verkehrsaufkommen von bis zu 35.000 Fahrzeuge täglich prognostiziert. Durch Poysdorf fahren laut Walcher bei steigender Tendenz derzeit 14.000 Fahrzeuge pro Tag, ab Inbetriebnahme der Nordautobahn würden es nur mehr 4.000 sein.

Die Prognosen für Drasenhofen zeigen, dass der Verkehr dort "noch einige Zeit" auf einer zweispurigen Straße bewältigt werden könne, so Wilfing. Er erinnerte auch daran, dass 36 Bürgermeister der Region einstimmig für den Bau der A5 eingetreten waren.

Kluge Entwicklung statt drei Autobahnen

Der Projektgegner "Zukunft statt Autobahn" kritisierte in einer Aussendung die "Unsummen", die "verschleudert" würden, statt in den öffentlichen Verkehr zu investieren. "Mit A5, S8 und S3 sind in der Region mindestens zwei Autobahnprojekte zu viel auf dem Weg", meinte Sprecher Axel Grunt. Das Weinviertel brauche keine drei Autobahnen, sondern kluge Regionalentwicklung, Arbeitsplätze im Bezirk und intelligente lokale Verkehrslösungen. (APA, 28.11.2014)

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