Was Manager unglücklich macht

28. November 2014, 10:09
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Eine Untersuchung eines amerikanischen Beraters unter unglücklichen Managern, identifizierte die häufigsten Gründe für deren Unzufriedenheit

Das auf Führungskräfteentwicklung spezialisierte US-Beratungshaus Zenger Folkman ging der Frage nach was Manager unzufrieden, gar unglücklich macht. Ein Bericht zur Untersuchung war zuletzt in der Harvard Business Review zu lesen. Aus einem Datensatz aus 320000 Angestellten quer durch alle Branchen und Organisationsformen wurden – kurz gefasst – die unengagiertesten und am wenigsten glücklichen identifiziert.

Rasch stellte sich heraus, dass es sich bei dieser Gruppe nicht um jene handelte, die wenig verdienten oder schlecht ausgebildet waren – die Protagonisten dieser Testgruppe waren alle im mittleren Management tätig – in sogenannten Sandwich-Positionen. Durchschnittlich besetzten sie ihre aktuelle Position seit fünf bis zehn Jahren, performten passabel, viele darunter ohne Hochschul-Abschluss.

Die Studienautoren identifizierten die wichtigsten Faktoren, die Ursache für das "Unglück" dieser Manager sein soll:

  • Diese Manager gelten in ihrem Umfeld nicht als "besonders", heißt: ihre Talente kommen entweder nicht zur Geltung oder werden erst gar nicht wahrgenommen.
  • Die allermeisten der untersuchten Gruppe empfinden ihre Organisation als ineffizient und auch uneffektiv. Viele haben den Eindruck, dass Geld für die falschen Dinge ausgegeben wird, dass schlecht gehaushaltet wird, dass keine guten Entscheidungen getroffen werden und dass es für Innovation kein Interesse gibt.
  • Völlige Überarbeitung zieht sich durch das Gros des Samples. Als besonders belastend empfinden diese Manager, dass ihr Unternehmen einerseits eine ausgewogene Work-Life-Balance propagiert, sie aber gleichzeitig mit immer noch mehr Arbeit überhäuft werden. Die Welten, die zwischen dem was versprochen wird, und dem, was tatsächlich passiert, erschöpfe diese Manager über alle Maßen, so die Berater.
  • Besonders Manager in Sandwich-Positionen haben oft das Gefühl, in dem was sie tun und tagtäglich bewegen, nicht genug gewürdigt zu werden. Auch fühlen sie sich häufig nicht ernst genommen. Themen, die sie aufs Tapet bringen, werden einfach übergangen. Daraus folgt der permanente Eindruck auch gegenüber Kollegen unfair behandelt zu werden.
  • Die Summe aller oben exemplarisch genannten Punkte geben den untersuchten Managern das Gefühl, einer eher sinnlosen Tätigkeit nachzugehen, ohnehin nichts mehr bewegen zu können. Sie empfinden ihre berufliche Situation als ebenfalls festgefahren und sehen keine Möglichkeiten einer Weiterentwicklung ihrer Karrieren.

Eine oft ausweglos scheinende Situation, die in vielen Fällen mit Burnout ende, so die Berater. Aber eine, die meist auf den immer selben Punkt zurückgeführt werden könne: schlechte Führung. Diese Manager leiden vor allem unter einer schlechten Führung. Ihre Talente werden weder anerkannt noch entwickelt, ebenso wenig Anerkennung gibt es für erbrachte Leistung, kreative Lösungsvorschläge werden praktisch nie gehört: von oben mit Arbeit zugeschüttet und nach unten wenig Infrastrukturen und Ressourcen, um diese vernünftig aufzuteilen, dazu wenig bis gar keine Wertschätzung. Allzu schnell brennen diese Manager aus, ohne die keine Organisation gut über die Runden kommen würde, so die Berater weiter. (red, derStandard.at, 28.11.2014)

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