Salzburg gewinnt historisch

27. November 2014, 23:21
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Gruppensieg mit 3:1 bei Celtic Glasgow fixiert - Frühe Tore ebneten den Weg zum Erfolg

Glasgow - Red Bull Salzburg steht zum zweiten Mal nach 2009/10 vorzeitig als Gruppensieger der Europa League fest. Am Donnerstagabend gelang der Mannschaft von Adi Hütter ein historischer Sieg bei Celtic Glasgow: Im Celtic Park hatte es zuvor nie einen österreichischen Erfolg gegeben.

Die Salzburger, die schon vor Anpfiff im fünften Versuch zum dritten Mal als Aufsteiger ins Achtelfinale feststanden, erwischten auch ohne den verletzten Franz Schiemer einen Traumstart. Nach acht Minuten wurde ein Weitschuss von Massimo Bruno derart günstig abgefälscht, dass Alan ungehindert und volley netzen konnte. Vier Minuten später kam der Brasilianer zu seinem sechsten Bewerbstreffer. Diesmal hatte Landsmann André Ramalho einen Eckball von Christoph Leitgeb per Kopf verlängert. Der 25-jährige Stürmer traf im Stil eines Kung-Fu-Kämpfers aus zwei Metern.

Rod Stewart darf kurz hoffen

Die Schotten rangen danach vor 35.000 Fans um Erholung. Referee Halis Özkahya hätte helfen können, verweigerte jedoch nach einem Rempler von Martin Hinteregger gegen Callum McGregor einen Elfer (15.). Aber der Türke ließ auch einen direkten Freistoßtreffer des Spaniers Jonatan Soriano nicht gelten, weil indirekt auszuführen gewesen wäre (22.).

Als Celtics Norweger Stefan Johansen nach Flanke des Honduraners Emilio Izaguirre volley ins Salzburger Tor traf (30.), war plötzlich wieder Leben in der auch von Rod Stewart beehrten Hütte. Erst jetzt wurde die Partie so, wie von beiden Seiten prophezeit: eng und spannend.

Der Eifer des 45-fachen schottischen Meisters ließ Salzburg fehleranfälliger werden. Celtic, spielerisch limitiert, kam nach der Pause zu Ausgleichsmöglichkeiten, doch die Salzburger legten in der Nachspielzeit durch den eingewechselten Naby Keita noch nach. (red, DER STANDARD, 28.11.2014)

Celtic Glasgow - Red Bull Salzburg 1:3 (1:2)
Celtic Park, 35.000 Zuschauer, SR Özkahya (TUR)

Tore:
0:1 (8.) Alan
0:2 (13.) Alan
1:2 (30.) Johansen
1:3 (92.) Keita

Celtic: Gordon - Matthews, Ambrose, Van Dijk, Izaguirre - Mulgrew (74. Tonew), Brown - McGregor (67. Forrest), Johansen, Stokes (67. Commons) - Griffiths

Salzburg: Gulacsi - Ankersen (81. Schwegler), Ramalho, Hinteregger, Schmitz - Ilsanker - Leitgeb, Bruno (71. Keita), Kampl - Soriano (74. Sabitzer), Alan

Gelbe Karten: Johansen bzw. Schmitz

Stimmen:

Adi Hütter (Salzburg-Trainer): "Wir haben großartig begonnen im Spiel nach vorne und hinten wenig zugelassen. Wir hatten absolute Kontrolle, vielleicht waren wir dann zu sicher. Durch das 1:2 haben wir den Faden ein wenig verloren, dann war klar, dass Celtic zu Hause Druck macht. In der zweiten Spielhälfte sind wir nicht mehr so kompakt aufgetreten, aber unter dem Strich war der Sieg denke ich verdient. Wir haben es genossen, hier zu spielen. Es ist auch schön, hier als erste österreichische Mannschaft zu gewinnen."

Alan (Salzburger Doppeltorschütze): "Für mich war das sehr wichtig, ich habe lange nicht gespielt wegen meiner Verletzung. Aber ich habe gekämpft und heute gezeigt, was ich kann."

Martin Hinteregger (Salzburg-Verteidiger): "Nach den schnellen zwei Toren hätten wir so weiterspielen müssen, dann ist Celtic aber besser geworden. Ich denke, wir haben das Spiel trotzdem souverän fertig gespielt. Das war Champions-League-Atmosphäre, aber wir haben uns nicht beeindrucken lassen."

  • Alan (rechts) lässt nach der Vorlage von André Ramalho beim Treffer zum  2:0 keine Fragen offen. Der Fuß, den Celtics Verteidiger auf sich  zukommen sieht, ist ein wenig hoch, das Bein wohl gestreckt.
    foto: epa/brian stewart

    Alan (rechts) lässt nach der Vorlage von André Ramalho beim Treffer zum 2:0 keine Fragen offen. Der Fuß, den Celtics Verteidiger auf sich zukommen sieht, ist ein wenig hoch, das Bein wohl gestreckt.

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