Sigmar Gabriel: Ohne TTIP droht Jobverlust

27. November 2014, 15:41
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Der deutsche Wirtschaftsminister warnt vor einem Scheitern der Verhandlungen. Die EU könnte mit den USA globale Standards setzen

Washington/Berlin - Bei einem Scheitern der Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) und Kanada (CETA) droht nach Worten des deutschen Wirtschaftsministers Sigmar Gabriel ein massiver Stellenabbau in Deutschland. "Wenn wir uns abkoppeln von den Weltmärkten, wird das viele hunderttausend Menschen in Deutschland am Ende ihren Job kosten", sagte Gabriel am Donnerstag im Deutschen Bundestag.

Dies treffe nicht den öffentlichen Dienst oder Parlamentarier, sondern Facharbeiter und Angestellte - "die werden das am Ende bezahlen müssen". Der SPD-Chef warb erneut für die beiden Abkommen. Europa dürfe nicht den Anschluss verlieren an asiatische Länder, die Freihandel machten. "Dann ist das für Deutschland als Exportnation eine mittlere Katastrophe."

Regeln für Welthandel

Deshalb müsse man versuchen, ein Abkommen mit den USA zu erzielen. Denn sonst müsse sich Europa womöglich einem Standard anpassen, den eine künftige Vereinbarung zwischen den USA und China vorgebe. Dies sei für Europa womöglich die letzte Chance, Regeln für den Welthandel zu beschließen, auch wenn sie dann aus deutscher Sicht nicht optimal seien, ergänzte Gabriel. "Aber sie werden allemal besser sein, als alles, was Amerika und China aufschreiben können."

Auch Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Mittwoch davor gewarnt, dass Europa und Deutschland ohne ein schnelles transatlantisches Freihandelsabkommen im internationalen Handel weit zurückfallen werde. Das Ceta-Abkommen mit Kanada und der geplante TTIP-Vertrag mit den USA haben Befürchtungen ausgelöst, im Zuge des Abbaus von Zöllen und Vorschriften könnten auch Umwelt- und Sozialstandards in der EU gesenkt werden. Daher ist der Widerstand gegen die Verträge insgesamt groß. (APA, 27.11.2014)

  • Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel wirbt vehement für das Freihandelsabkommen TTIP.
    foto: reuters/loos

    Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel wirbt vehement für das Freihandelsabkommen TTIP.

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