Protestcamp in München geräumt: Flüchtlinge harrten auf Bäumen aus

27. November 2014, 10:22
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Erst am Donnerstagmorgen zum Hinunterklettern überredet - Hungerstreik seit Samstag

München/Wien - Nach der Räumung ihres Camps am Mittwochabend harrten sechs Flüchtlinge über Nacht auf zwei Bäumen in der Münchner Innenstadt am Sendlinger Tor aus. Die Polizei konnte sie zunächst nicht dazu bewegen, von den Bäumen zu klettern. "Wir sind in Kontakt und verhandeln mit ihnen", sagte ein Sprecher der Polizei.

Erst am Donnerstagmorgen gelang es laut Online-Portal der Süddeutschen Zeitung Oberbürgermeister Dieter Reiter und der bayerischen Sozialministerin Emilia Müller, zwei der Flüchtlinge zum Hinunterklettern zu bewegen. Sie boten den Protestierenden Gespräche in der gegenüberliegenden Matthäuskirche an. Schließlich ließen sich auch die anderen fünf in die vorbereiteten Sprungkissen fallen.

500 Beamte bei Räumung im Einsatz

Das Camp der rund 30 Flüchtlinge, die in einen Hungerstreik getreten waren, wurde am Mittwochabend mit einem Großaufgebot geräumt. Dabei seien die sechs Flüchtlinge auf die Bäume geklettert, hieß es. Das zuständige Kreisverwaltungsreferat ordnete den Einsatz laut Polizei an, da Ärzte bei den niedrigen Temperaturen eine Unterkühlung der Menschen befürchteten. Laut Polizei waren 500 Beamte im Einsatz. Die Gegend um das Lager wurde für den Verkehr gesperrt. Mehrere Menschen seien mit leichten Unterkühlungen und in geschwächtem Zustand ärztlich versorgt worden.

Die Flüchtlinge hatten ihren Hungerstreik vergangenen Samstag begonnen. Sie protestieren damit für ein Bleiberecht in Deutschland und gegen die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften. Am Mittwoch verschärften die Flüchtlinge ihren Protest und verzichteten nicht nur aufs Essen, sondern auch auf Getränke. (red, derStandard.at, 27.11.2014)

apa/epa/andreas gebert

  • Die Flüchtlinge traten am Samstag in einen Hungerstreik.
    apa/epa/andreas gebert

    Die Flüchtlinge traten am Samstag in einen Hungerstreik.

  • Als das Protestcamp am Sendlinger Tor geräumt wurde, kletterten sechs Flüchtlinge auf Bäume und harrten dort über Nacht aus.
    apa/epa/andreas gebert

    Als das Protestcamp am Sendlinger Tor geräumt wurde, kletterten sechs Flüchtlinge auf Bäume und harrten dort über Nacht aus.

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