Unteroffizier soll Heeresfahrzeuge angezündet haben

26. November 2014, 18:27
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50-Jährigem werden Brandstiftung, Sachbeschädigung und gefährliche Drohung vorgeworfen - Prozess vertagt

Wels/Hörsching/Pucking - Ein 50-jähriger Unteroffizier, dem Brandanschläge auf Heeres-Kfz, Vandalenakte, Schmieraktionen und Drohungen gegen den oö. Militärkommandanten Kurt Raffetseder vorgeworfen werden, hat sich am Mittwoch vor dem Landesgericht Wels verantworten müssen. Er leugnet die Vorwürfe. Der Prozess wurde am Nachmittag vertagt.

Die Serie von Vorfällen, die dem Mann zur Last gelegt werden, dauerte von 2007 bis 2012, verjährte Delikte sollen aber bis Ende der 1980er-Jahre zurückreichen. Motiv war laut Anklage Ärger über die Heeresreform 2010. Jahrelang hielten sich die zuständigen Stellen bedeckt. 2012 entschloss man sich dann, ein Überwachungsvideo mit einem Verdächtigem einem Kreis von mehreren 100 Personen aus dem Heeresbereich zu zeigen - daraufhin konzentrierten sich nach entsprechenden Hinweisen die Ermittlungen auf den Unteroffizier.

In der Hessenkaserne in Wels brannten am 12. November 2010 zehn Heeresfahrzeuge, im Mai 2012 sieben in der Kaserne Hörsching. Der Schaden geht in die Hunderttausende Euro. Zudem soll der Angeklagte in Pucking das Autos des Vorarlberger Militärkommandanten angezündet haben, auch der daneben geparkte Dienstwagen des Wiener Heereschefs brannte aus.

Mehrere Anklagepunkte

Darüber hinaus legt die Anklage dem Mann noch etliche Vandalenakte zur Last: Zäune von Kasernen wurden durchschnitten, Fahnenmasten beschädigt, ein Fenster und ein Scheinwerfer eingeschlagen etc. Zudem wurden zahlreiche Schmierereien - meist mit dem Wortlaut "2010, so nicht" - angebracht. Ein Schreiben, das dem Landeskommandanten Kurt Raffetseder weitere Anschläge androhte, wird als gefährliche Drohung gewertet.

Der 50-Jährige bekannte sich nicht schuldig. Die Staatsanwaltschaft stützt sich daher auf etliche Indizienbeweise und Gutachten. Bereits Ende der 1980er-Jahre bzw. 1990 habe es einen Anschlag und mehrere "Bekennerbriefe" gegeben, führte Ankläger Franz Haas aus. Diese Taten seien zwar mittlerweile verjährt, aber auf den Briefen von damals sei bei einer neuerlichen Untersuchung anlässlich der aktuellen Serie die DNA des Angeklagten gefunden worden. Zudem sei er auf einem Überwachungsvideo von mehreren Kollegen erkannt worden.

Eine grafologische Expertise belastet den Beschuldigten ebenfalls. Verdächtig sind auch rund 100 Packungen Grillanzünder, die bei ihm zu Hause gefunden wurden. Ihre Verwendung bei den Bränden wurde nicht nachgewiesen, dazu soll nun ein Gutachten erstellt werden. Ebenso soll der Kriminalpsychologe Thomas Müller eine Expertise liefern, eine Videoauswertung zweier Überwachungsfilme wird ebenfalls in Auftrag gegeben. Daher wurde der Prozess am Nachmittag auf unbestimmte Zeit vertagt. (APA, 26.11.2014)

  • Ausgebrannte Fahrzeuge vor der Hörschinger Kaserne
    foto: apa, bmlvs/oberreiter

    Ausgebrannte Fahrzeuge vor der Hörschinger Kaserne

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