Terrorbekämpfung in Großbritannien: Aufgabe der Behörden

Kommentar26. November 2014, 18:22
9 Postings

Die Briten sind zu Recht nervös

Immer wieder haben junge britische Muslime in den vergangenen Jahren in ihrer Heimat schreckliche Anschläge begangen. Hunderte kämpfen zudem als Jihadisten in Syrien und im Irak. Das Land steht deshalb an vorderster Front im Kampf gegen den internationalen Terrorismus.

Der Bericht über den Mord am Soldaten Lee Rigby hat jetzt erneut unter Beweis gestellt: Die Briten sind zu Recht nervös. Der zuständige Ausschuss des Unterhauses unter Leitung eines früheren konservativen Außenministers listete eine schockierende Reihe von Versäumnissen der Geheimdienste auf. Immer wieder waren die beiden Islamisten, die den unbewaffneten Rigby im Mai 2013 auf offener Straße töteten, im Visier der Schlapphüte gestanden. Am Ende konnten sie ungehindert ihre blutige Tat ausüben.

Sind deshalb Behördenleiter zurückgetreten oder die zuständigen Minister gefeuert worden? Mitnichten. Der Geheimdienst-Etat wird aufgestockt, Innenministerin Theresa May will bestehende Gesetze verschärfen. Vor allem aber schießen sich Ermittler und Politiker auf Internet-Giganten wie Google und Facebook ein. Einer der beiden Rigby-Mörder hatte auf Facebook Drohungen ausgestoßen.

Die Konzerne verweisen auf Datenschutz und den Verbalradikalismus, der sich im Internet häufig austobt. Sicher müssen sie Ermittlern besser helfen. Aber Extremisten aufspüren und Anschläge verhindern - das bleibt die Aufgabe der dafür zuständigen Behörden. (Sebastian Borger, DER STANDARD, 27.11.2014)

Share if you care.