Kinderhilfsorganisation streitet über Preis für Tony Blair

26. November 2014, 16:36
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Belegschaft protestiert mit offenem Brief gegen Auszeichnung für Ex-Premier

London/Washington - Die Belegschaft der Kinderhilfsorganisation "Save The Children" hat mit einem offenen Brief gegen die Verleihung eines Preises des Hilfswerks an den früheren britischen Premierminister Tony Blair protestiert. Blair war vor einer Woche in den USA für seine Verdienste im Kampf gegen Kinderarmut mit dem weltweiten "Vermächtnis-Preis" ("Global Legacy Award") von "Save The Children" geehrt worden.

Die Belegschaft hält Blairs politisches Handeln dagegen für "moralisch verwerflich". Neben dem offenen Brief wurde auch eine Online-Petition gegen Blair als Preisträger initiiert, mit dem Ziel, dem Ex-Premier den Preis wieder zu entziehen. Inzwischen haben mehr als 100.000 Menschen unterzeichnet.

Blairs Fehler, im Irak in den Krieg zu ziehen, sei viel größer als es seine Verdienste für Kinder in Afrika seien, heißt es unter anderem. Die Preisverleihung an Blair sei "ein Verrat an den grundsätzlichen Prinzipien von Save The Children", ist in dem Brief der Belegschaft zu lesen.

Blairs Büro und "Save The Children" verteidigten den Labour-Politiker. Er habe beim G-8-Gipfel 2005 erreicht, dass die industrialisierte Welt ihre Anstrengungen zur Hilfe für Afrika verdoppelt und vielen afrikanischen Ländern Schulden erlassen habe. (APA, 26.11.2014)

  • Tony Blair (links) bei einer Pressekonferenz mit dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush.
    foto: reuters/joshua roberts

    Tony Blair (links) bei einer Pressekonferenz mit dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush.

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