Nationalbanker sollen auf Goodies verzichten

26. November 2014, 12:18
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Wien - Das Direktorium der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) unter Ewald Nowotny und das Präsidium des Generalrats unter Claus Raidl wollen den Rechnungshof überholen.

Dessen Prüfer haben u. a. die Sozialleistungen der OeNB (drei Mio. Euro im Jahr) unter die Lupe genommen. Ob Sportzentrum, Messe (also Kantine), Familienzulage oder Zeitgutschriften bei Hitze (den Bankern stehen ein Mal vier Stunden Hitzeferien zu, wenn's sehr heiß ist): Die Prüfer üben jede Menge Kritik. Die OeNB-Chefs haben sich in ihrer Führungskräfteklausur damit beschäftigt; und wollen nun ihrerseits Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Ziel: Die Mitarbeiter sollen auf Goodies verzichten.

An etlichen Sozialleistungen (Kinderzulage, Zuschuss zur Krankenzusatzversicherung, Gesundheitssicherung, Messe) wollen sie festhalten. Ihre Sparvorschläge: Die Sportanlage soll verkauft werden, die beiden Sparvereine (einer rot, einer schwarz) sich selbst auflösen, die Urlaubszuschüsse gestrichen werden. Der Sozialfonds des Betriebsrats soll halbiert werden. Dieser Fonds ist der bestdotierte Teil des Betriebsratsfonds, in den nur die OeNB einzahlt: eine Million Euro. In anderen Unternehmen zahlt auch die Belegschaft in den Betriebsratsfonds ein. Der Sozialfonds bevorschusst beispielsweise Heilbehelfe wie Brillen oder Zahnspangen.

Die Zeichen stehen auf Sturm: Der Betriebsrat wehrt sich gegen die Kürzung von Sozialleistungen, die zudem in einer Betriebsvereinbarung fixiert sind. (gra)

(gra, DER STANDARD, 26.11.2014)

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