Lachen statt Trauer beim Salzburger Winterfest

26. November 2014, 17:44
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Mit dem Stück "Klaxon" der französischen Compagnie Cie Akoreacro begann das Zirkusfestival am Dienstag. Winterfest-Initiator Daxner erhielt posthum den Salzburgpreis des Kulturfonds der Stadt Salzburg

Salzburg – Das Winterfest bringt seit 13 Jahren den Cirque Nouveau in den Salzburger Volksgarten. Mit rund 30.000 Besuchern jährlich ist es das größte Festival für zeitgenössische Zirkuskunst im deutschsprachigen Raum und die drittgrößte Kulturveranstaltung in Salzburg hinter den Festspielen und dem Adventsingen. Die Eröffnungscompagnie Cie Akoreacro verzauberte mit ihrem Programm "Klaxon" das Premierenpublikum durch Humor, Akrobatik und Live-Musik.

Beim diesjährigen Eröffnungsfest war einiges anders als die letzten Jahre: Nicht der Initiator und Erfinder des Winterfests, Georg Daxner, hielt die Eröffnungsrede, sondern die kurzfristig eingesetzte interimistische Geschäftsführerin Susanne Tiefenbacher. Daxner ist im Oktober bei einem Alpinunfall am Untersberg ums Leben gekommen. "Das gesamte Team will, dass Georg Daxners Vision weitergeht. Es geht weiter in einem heiteren Sinn, nicht in einem traurigen", sagte Tiefenbacher. "Wir wollen lachend aus dem Winterfest herausgehen."

Irre Spielwiese mit Humor, Akrobatik und Live-Musik

Die Premierencompagnie aus Frankreich brachte sofort eine ordentliche Prise Humor in das Zirkuszelt. Cie Akoreakro machten aus der Manage eine irre Spielwiese, auf der sie mit einem eigenwilligen Klavier spazieren gegangen sind, Tischtennisbälle für die Soundeffekte eingesetzt haben und ein Besen als zusätzlicher Hauptdarsteller aufgetreten ist. Mit ihrem Programm "Klaxon" verbanden die sechs Artisten und fünf Musiker klassische Akrobatik mit punktgenau abgestimmter Live-Musik.

Im Rahmen des Auftaktabends überreichte Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) den "Salzburgpreis des Kulturfonds" in Erinnerung an Georg Daxner an dessen Witwe Evelyn Daxner-Ehgartner. "Er würde sagen: Ein bissal spät kommens drauf, aber endlich haben sie es verstanden, dass ich immer was Besonderes nach Salzburg bringen wollte", erklärte Evelyn Daxner-Ehgartner.

Landespreis für Kulturarbeit an Verein Winterfest

Am 11. Dezember wird dem Verein Winterfest zudem der mit 5.000 Euro dotierte Landespreis für Kulturarbeit, zur Förderung und Anerkennung besonders qualitätvoller und innovativer Leistungen auf dem Gebiet der Kulturvermittlung, verliehen. Wie es organisatorisch mit dem Winterfest weitergehen soll und wer künftig die kaufmännische und programmatische Leitung übernehmen wird, soll am Freitag bekanntgegeben werden.

Das Winterfest 2014 läuft noch bis 6. Jänner. Insgesamt sind für das Winterfest 2014 mehr als 32.000 Karten aufgelegt, die zwischen drei und 49 Euro (Kinder 19 Euro) kosten. Neben Cie Akoreacro treten mit Cirque Aïtal und Cirque Trottola & Petit Théâtre Baraque zwei weitere französische Compagnien in ihren Zirkuszelten auf. Die andalusische Gruppe Ymedioteatro wird in ihrem nur sieben Quadratmeter großen Caravan mit Alltagsgegenständen Geschichten erzählen.

In einem historischen Spiegelzelt, einem sogenannten "Danspaleis" aus dem Jahr 1908, werden den Zuschauern zudem Tanzabende, Lesungen, Konzerte und Kabarett mit regionalen Künstlern geboten. (Stefanie Ruep, derStandard.at, 26.11.2014)

  • Die französische Compagnie Cie Akoreakro machten aus der Manage eine irre Spielwiese. Die elf Artisten und Musiker wuselten in in der Manage herum und bauten das Rondell dabei gleichzeitig um.
    niels benoist

    Die französische Compagnie Cie Akoreakro machten aus der Manage eine irre Spielwiese. Die elf Artisten und Musiker wuselten in in der Manage herum und bauten das Rondell dabei gleichzeitig um.

  • Aus dem turbulenten Treiben ragten aber auch einzelne Artisten-Nummern mit einer beeindruckenden Körper-Performance heraus.
    niels benoist

    Aus dem turbulenten Treiben ragten aber auch einzelne Artisten-Nummern mit einer beeindruckenden Körper-Performance heraus.

  • Mit ihrem Programm "Klaxon" verbanden die sechs Artisten und fünf Musiker klassische Akrobatik mit punktgenau abgestimmter Live-Musik.
    niels benoist

    Mit ihrem Programm "Klaxon" verbanden die sechs Artisten und fünf Musiker klassische Akrobatik mit punktgenau abgestimmter Live-Musik.

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