Touristiker wollen Minus aufwiegen

25. November 2014, 18:14
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Petra Nocker-Schwarzenbacher, oberste Touristikerin in der WKO, fordert eine Kampagne in Deutschland und Österreich

Wien - Trotz Temperaturen wie oft Anfang Oktober und brauner Wiesen, wo Ende November eigentlich längst Schnee liegen sollte, ist der Ausblick auf die beginnende Wintersaison vielversprechend. Wäre da nicht Russland.

Die russischen Gäste, die zuletzt Jahr für Jahr zahlreicher nach Österreich gekommen sind, könnten heuer aufgrund der Sanktionen, der Wirtschaftskrise und der Rubelabwertung pausieren. In der Wirtschaftskammer (WKO) ist man sich des Problems bewusst und fordert rechtzeitig Gegenmaßnahmen.

Petra Nocker-Schwarzenbacher, oberste Touristikerin in der WKO, brachte es am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten auf den Punkt: "Wir sollten das absehbare Minus bei russischen Gästen durch Werbemaßnahmen auf anderen Märkten kompensieren." Für die seit Juni amtierende Bundesobfrau des Fachverbands Tourismus ist auch klar wo: "Dort, wo wir schon gut Fuß gefasst haben - in Deutschland und in Österreich. Einzelne Destinationen und Betriebe hätten ihre Anstrengungen verstärkt, auch die Österreich Werbung (ÖW) sei aufgerufen, sich noch mehr zu bemühen.

Spezielle Konditionen zu speziellen Terminen

In der ÖW begrüßt man den Ansatz der Beherbergungsbetriebe, zu speziellen Terminen mit speziellen Konditionen zu werben. Ein Sonderbudget für die ÖW gebe es nicht, der Werbekuchen für die Wintersaison ist 14 Millionen Euro schwer, in Deutschland als größtem Einzelmarkt werde auch am meisten investiert, hieß es auf Standard-Anfrage.

Besonders betroffen, weil bei Russland-Gästen im Winter besonders beliebt, seien die Bundesländer Tirol, Salzburg und Wien. Zieht man die Mehrwertsteuerrückvergütung als Indiz heran, dass sich weniger russische Gäste in Österreich aufhalten, ist der Grund zur Sorge berechtigt. Nach Auskunft des auf die Rückvergütung der Mehrwertsteuer für ausländische Gäste spezialisierten Unternehmens Global Blue gab es seit Jänner bei Russen ein Minus von knapp 20 Prozent. Ob sich das bei Ankünften und Nächtigungen in ähnlichem Ausmaß wiederholt, wird die Statistik zeigen, freilich erst im Nachhinein.

Auf Spekulationen, wie hoch das Minus bei den traditionell in den ersten beiden Jännerwochen urlaubenden russischen Gästen sein könnte, wollte sich Nocker nicht einlassen. Nur soviel: "Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, dass auch diese Wintersaison ein Erfolg wird."

Das Buchungsverhalten jedenfalls sei vielversprechend. Verglichen mit vor einem Jahr liege man bei den Buchungen "merklich darüber," sagte Nocker. Die Preise wurden um zwei bis drei Prozent angehoben, etwas mehr als die Inflationsrate beträgt. (stro, DER STANDARD, 26.11.2014)

  • Die Wintersaison steht vor der Tür - hierzulande blickt man ihr ein bisschen bange entgegen.
    foto: apa/weber

    Die Wintersaison steht vor der Tür - hierzulande blickt man ihr ein bisschen bange entgegen.

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