Topbanker verpfänden Autos für Luxus-Weihnachten

25. November 2014, 17:48
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Wenn Weihnachten naht, ist die Zeit für Boni noch fern. Um den Lebensstandard zu halten, klopft manch Topbanker bei der Pfandleihanstalt an

Bern/Wien- Auch für Topbanker wird es manchmal eng. Das zeigt das Beispiel Schweiz: Weihnachten, vielen in der Branche Synonym für teure Geschenke oder Spassettln wie Kurztrips nach Übersee, kommt da für so manchen schlicht zu früh. Denn während die nächsten Boni-Zahlungen erst wieder im Frühjahr fließen, soll der gewohnte Lebensstandard nach innen wie nach außen weitergepflegt werden. Ein sozialer Druck, der den - nach eigener Einschätzung - zwischenzeitlich klammen Banker gar nicht selten ins Pfandhaus führt.

"Zehn bis 20 Prozent der Anfragen kommen in der Vorweihnachtszeit aus diesem Segment", sagt Cedric Domeniconi, Mitgründer und Partner von Autopfandhaus.ch, auf Anfrage. Da werden dann kurzfristig Luxuskarossen wie BMWs, dicht gefolgt von Porsches und Mercedes, beliehen. Auch Rolls-Royces und Harleys werden laut Domeniconi bei ihm geparkt. Günstig ist das Ganze nicht: Für einen 5000-Euro-Kredit fallen monatlich 345 Euro Zinsen und Gebühren an.

Autopfandhaus.ch gewährt mit Autos gesicherte Kredite in Höhe von umgerechnet 2500 bis 66.500 Euro (3000 bis 80.000 Schweizer Franken). Die Banker-Kundschaft gehört allerdings auch zu den verlässlichsten, dort liegt die Rückholquote bei fast 100 Prozent.

Natürlich täten Spitzenverdiener ein paar Tausender für Zinsen nicht weh, aber ein bisschen übertrieben sei das manchmal schon, so Domeniconi. Erst jüngst begegnete er einem Kunden in fröhlicher Champagnerrunde in einer angesagten Bar: "Da muss man schon schmunzeln. Auf beiden Seiten." (ch, DER STANDARD, 26.11.2014)

  • Schweizer Banken haben nicht nur Top-Kunden, sondern auch Top-Banker - vielleicht mit Top-Autos.
    foto: reuters/wiegmann

    Schweizer Banken haben nicht nur Top-Kunden, sondern auch Top-Banker - vielleicht mit Top-Autos.

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