Für den Iran gehen "Hoffnungen in die Verlängerung"

25. November 2014, 17:32
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Ultrakonservative Presse sieht sich jedoch bestätigt

Der größere Teil der iranischen Presse feiert die Fortsetzung der Atomgespräche als einen diplomatischen Erfolg der Regierung Hassan Rohanis. "Die Diplomatie hat gesiegt" titelt Etemad, und Shargh meint, dass die Hoffnungen in die Verlängerung gehen. Die meisten Kommentatoren äußern die Meinung, dass die Verhandlungen in Wien nur deswegen nicht zu einem Abschluss geführt haben, weil die Gesprächspartner Irans kein Konzept außer den alten Forderungen vorzuweisen hatten. Aber dass die P5+1 (Uno-Vetomächte plus Deutschland) das Recht Irans auf friedliche Nutzung der Atomenergie endgültig akzeptiert und zur Kenntnis genommen hätten, sei ein großer Fortschritt.

"Nichts" auf dem Titelblatt

Aber auch die Blätter der Hardliner sind zufrieden. Die konservative Keyhan, die die Verhandlungen stets als zum Scheitern verurteilt bezeichnete, sieht sich bestätigt und hat auch den Schuldigen ausgemacht: Der "Dorfvorsteher" wollte keinen Abschluss. Gemeint sind damit die USA. Ein anderes Blatt ließ seine Titelseite mit "Nichts" überschreiben.

Die positive Äußerung von US-Außenminister John Kerry über die iranische Delegation und die Kooperationsbereitschaft fand jedoch positive Resonanz in sehr unterschiedlichen Blättern. "Der Westen und die USA sind nun am Zug, der Iran hat seine Verpflichtung erfüllt", meint die konservative Jomhuri Islami. Das ist die Meinung vieler im Iran. (Amir Loghmany aus Teheran, DER STANDARD, 26.11.2014)

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