Team Stronach: Selbstzerstörung

Kommentar25. November 2014, 17:01
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Was hier passiert, ist ein Schaden für den Parlamentarismus

Das Team Stronach ist derzeit damit beschäftigt, den letzten Rest seiner ohnedies spärlichen Glaubwürdigkeit zu zertrümmern. Die Partei, von der man kaum noch wusste, was sie will und wofür sie steht (außer die Befriedigung des Egos ihres Gründers Frank Stronach), führt eine peinliche Posse auf, in der es um Eitelkeiten, Machtabsicherung, Neid und viel Geld geht.

Auslöser dieses jüngsten Selbstzerstörungsimpulses ist Kathrin Nachbaur, das freundliche Gesicht der Partei, bis vor kurzem deren stellvertretende Vorsitzende und Klubobfrau, wenn auch nicht geschäftsführend. Nachbaur zieht sich aus der Partei zurück und begründete dies mit ihrer Schwangerschaft, für die sie mehr Zeit brauche. Die Funktion im Parlamentsklub wollte sie aber behalten. Ihrer Argumentation folgend wäre es umgekehrt logischer: die Funktion zurückzulegen, aber in der Partei zu bleiben.

Jetzt wird Schmutzwäsche gewaschen: Nachbaur gehe es nur ums Geld, nicht um den Auftrag. Sie habe sich ihren Rückzug aus der Politik abkaufen lassen wollen, ventiliert die Parteispitze. Ganz werden sich die Hintergründe dieses Ränkespiels wohl nicht erhellen lassen, aber das ist im Grunde genommen egal.

Stronachs Team beschädigt die Politik als Ganzes. Was hier passiert, ist ein Schaden für den Parlamentarismus: Das sind immerhin elf gewählte Abgeordnete zum Nationalrat, die beweisen, wie gänzlich überflüssig sie sind. (Michael Völker, DER STANDARD, 26.11.2014)

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