"Civilization Online": Kultserie erhält Free2Play-Spiel

26. November 2014, 12:52
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Zuerst in Südkorea verfügbar, Entwickler wollen "Pay2Win" vermeiden

Ein weiteres großes Spiele-Franchise wird bald seinen Weg in den Online-Äther finden. Mit "Civilization Online" wird die 1991 von Sid Meier ins Leben gerufene Rundenstrategie-Reihe künftig auch einen Ableger haben, der als Free2Play-Rollenspiel für Windows konzipiert ist.

Ein Schritt, der bei zahlreichen eingefleischten Fans wohl skeptische Reaktionen auslösen dürfte. Publisher 2K hat nun verraten, dass der Start des Spieles kurz bevorsteht. Ein konkretes Datum gibt es zwar noch nicht, doch der für Südkorea zuständige Gamees Producer Garrett Bittner erklärte gegenüber Tech in Asia, dass es gegen Anfang 2015 los gehen soll. Auf der Spielemesse G-Star 2014 wurde nun ein erster Gameplay-Trailer gezeigt.

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Südkorea wird dann auch der erste Markt, in dem "Civilization Online" verfügbar ist. Ein geschlossener Betatest ist dort kürzlich zu Ende gegangen. Für andere Regionen wird 2K nach Partnern Ausschau halten.

Entwickler wollen Pay2Win vermeiden

Für die Umsetzung zeichnet das Studio XL Games verantwortlich, das neben "Civ Online" auch ein anderes Online-Rollenspiel namens "ArcheAge" entwickelt. Man verspricht, sich zuerst um den "Funfaktor" des Spieles zu kümmern, ehe man zu den bereits geplanten zusätzliche Monetarisierungsmöglichkeiten erkundet.

"Pay2Win", also die Möglichkeit, sich mit Echtgeld zugekauften Gegenständen und Ressourcen erhebliche Vorteile zu verschaffen, soll vermieden werden. Auch die Möglichkeit eines späteren Umstiegs auf ein Bezahlabo-Modell schließt man nicht aus.

Mit Spionage, ohne Völker-Allianzen

Erstmals werden Spieler in "Civ Online" nicht allein für das Schicksal eines Volkes verantwortlich sein, sondern gemeinsam mit hunderten oder tausenden Anderen das Abenteuer bestreiten. Dabei sollen bekannte Features der Serie auch hier vertreten sein, etwa der Aufbau von Städten. Auch Spionage wird möglich sein, war in der Closed Beta aber noch nicht verfügbar.

Diplomatische Zusammenarbeit mit anderen Völkern gibt es allerdings nicht. Dies liegt daran, dass XL Games keine Möglichkeit sieht, einen Entscheidungsfindungsprozess zu implementieren, der möglichst alle Spieler beider Parteien einbezieht und trotzdem nicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt.

Fokus auf Kooperation

Wichtige Fragen, die nur die eigene Fraktion betreffen, werden aber sehr wohl gemeinsam entschieden, liegt doch der Fokus des Games nach wie vor auf dem Erfolg des eigenen Volks gemäß den klassischen Siegbedingungen (Auslöschung aller anderen Völker oder erfolgreicher Vorstoß ins All). Dementsprechend will man kooperative Elemente stärken und unterhaltsam gestalten. Freilich wird es auch ein Gildensystem geben.

Keine Gefahr für klassisches "Civ"

Eine Gefahr für den Fortbestand der traditionellen "Civilization"-Titel soll die Online-Variante nicht darstellen. Laut Bittner gibt es genug Spieler, die sich ausschließlich für diese Version des Games interessieren und keinerlei Interesse an einem MMORPG haben. 2K will auch mit anderen Spielemarken künftig verstärkt ins Free2Play-Segment vorstoßen. (gpi, derStandard.at, 26.11.2014)

  • Der Fokus des Spieles liegt auf Zusammenarbeit innerhalb des eigenen Volkes.
    foto: civilization online

    Der Fokus des Spieles liegt auf Zusammenarbeit innerhalb des eigenen Volkes.

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