Das beste Stück ... Nachgefragt bei Andreas Vitásek

Kolumne30. November 2014, 17:54
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Michael Hausenblas fragt den Schauspieler und Kabarettisten Andreas Vitásek, warum er seine Brille um den Hals trägt

"Ich bin kein Mensch, der sehr an Dingen hängt und sie das ganze Leben mit sich herumschleppt. Dafür bin ich schon zu oft umgezogen. Ich bevorzuge praktische Sachen. So wie diese Lesebrille, die ich in Italien gefunden habe. Sie hat einen durchgehenden Bügel und ist vorne mit einem Magnetverschluss zu öffnen. So gesehen hängt die Brille an mir. Ich hab dieses Modell in den verschiedensten Farben, jenes in Weiß ist wohl am ehesten so etwas wie ein modisches Statement, das aber vor dem Hintergrund eines schwarzen Pullis schon leicht ins Affige geht.

Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als mir vor circa zehn Jahren verschwommen klar wurde, dass ich eine Lesebrille benötige. Ich lag im Bett und wollte das Buch 'Herr Lehmann' von Sven Regener zu lesen beginnen, konnte aber kein Wort entziffern. Als ich mich bei meiner Frau über die schlechte Druckqualität des Buches beschwerte, meinte sie, ich sollte das Buch einfach weiter weg halten. Tja, das war's dann. Jetzt bin ich nicht nur rotgrünfarbenblind, sondern auch schasaugert." (Michael Hausenblas, Rondo, DER STANDARD, 28.11.2014)

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    foto: nathan murrell
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