Niedrigere Flugticket-Preise gefordert

25. November 2014, 14:26
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AUA und Lufthansa lehnen die Reduktion des Kerosinzuschlages trotz sinkender Ölpreise ab

Wien/Berlin - Angesichts stark gefallener Ölpreise wächst der Druck seitens der Konsumentenschützer auf die Fluggesellschaften, ihre Kerosinzuschläge zu senken. Auch die deutsche Regierung richtete am Dienstag entsprechende Appelle an die Airlines. Lange Zeit haben Fluggesellschaften Preiserhöhungen mit hohen Kosten für Kerosin begründet.

Bei der Lufthansa wie bei der AUA prallen derartige Wünsche ab. Die Fluggesellschaften haben die Kerosinzuschläge in Zeiten steigender Rohstoffkosten eingeführt. Sie können einen großen Teil des Ticketpreises ausmachen. Seit dem Sommer ist der Ölpreis um rund 30 Prozent eingebrochen, auch Flugbenzin ist in der Folge merklich billiger geworden. Allerdings besorgen sich die Airlines den Treibstoff oft lange im Voraus, so dass Preisveränderungen nicht gleich durchschlagen.

Angebot und Nachfrage

Die AUA argumentiert, dass die Airlines in einer Branche mit hohem Angebot agieren und sich die Ticketpreise vor allem nach Angebot und Nachfrage richten. "Deswegen führen beispielsweise Steigerungen bei nicht-kontrollierbaren Kosten wie Gebühren von Flughäfen, Flugsicherung, Treibstoff oder Steuern auch nicht zwangsläufig zu höheren Ticketpreisen für den Kunden", so ein AUA-Sprecher zum Standard. Ticketpreise werden tagtäglich auf vielen Verbindungen angepasst, "um wettbewerbsfähig zu sein."

Zwischen Jänner und September 2014 sanken die Durchschnitterlöse bei der AUA um rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, während die Treibstoffkosten nur um 1,4 Prozent zurückgingen. Die Kosten seien vor allem wegen der Euro-Schwäche gegenüber dem Dollar effektiv kaum gesunken. Außerdem wirke sich durch Preissicherungsgeschäfte der fallende Ölkurs nur zeitlich verzögert aus.

Die AUA hatte Anfang 2014 den Treibstoffzuschlag in den Internationalen Zuschlag (International Surcharge) überführt. Damit decke man einen Teil der nicht-kontrollierbaren Kosten. Man bewege sich mit dem Zuschlag "in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld, dieser ist aus unserer Sicht marktgerecht", so der AUA-Sprecher. Aktuell liege der Zuschlag zwischen 15 und 50 Euro im Europaverkehr und zwischen 80 und 230 Euro auf Langstreckenflügen abhängig von Strecke und Buchungsklasse. (cr, Reuters, derStandard.at, 25.11.2014)

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