Nach Böller-Unfall erwartet Schicker Anzeige

25. November 2014, 11:25
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Knallkörper hätte 30 Meter Sicherheitsabstand gefordert

Bruck an der Mur - Fußballprofi Andreas Schicker vom SV Horn wird nach dem Unfall mit einem Profi-Böller in den kommenden Wochen wegen fahrlässiger Gefährdung durch Sprengmittel bei der Staatsanwaltschaft Leoben angezeigt. Der Knallkörper hatte laut den Ermittlern Kategorie 4 und hätte selbst von einem Experten einen Sicherheitsabstand von zumindest 30 Metern benötigt, wie es auch auf dem Böller vermerkt war, hieß es am Dienstag.

Sechs Sekunden bis zur Explosion

Der in den Händen des Kickers explodierte Böller namens "Boden-Blitzknall" wird von einem deutschen Hersteller vorrangig für den österreichischen Markt produziert. In Deutschland gebe es dafür gar keine Nachfrage, erklärte der Produzent der Polizei. Optisch ähnelt der Gegenstand laut Ermittlern einem roten "Dynamit-Stangerl": Exakt 25 Millimeter Durchmesser und etwa 20 Zentimeter lang. Eine zehn Millimeter starke Zündschnur führt zum Pulver. Auf dem Knallkörper ist zu lesen, dass es circa sechs Sekunden dauert, bis der Gegenstand nach dem Zünden explodiert. Auf den Boden legen, anzünden und rasch entfernen - das sind die Hinweise am Etikett.

Was genau jedoch in der Nacht auf Sonntag in Bruck an der Mur passiert ist, ist noch ungeklärt. Schicker soll frühestens am Mittwoch von der Polizei vernommen werden. Abgeschlossen ist dagegen die Befragung des 27-jährigen Begleiters, der ebenfalls verletzt wurde: Er sei laut den Ermittlern immer noch schwer geschockt und habe am Tag nach dem Unfall nur geweint. Ihn hatte es durch die Wucht der Detonation einige Meter zurück geworfen. Dass er nicht schwerer verletzt sei, habe den Hersteller des Böllers gewundert, so die Polizei.

Hütte durchsucht

Die Ermittler waren am Montag bei der Familie des Fußballers und haben jene Fischerhütte durchsucht, in der sich Schicker mit Freunden getroffen hatte. Es konnten zwar ein paar pyrotechnische Gegenstände der Kategorien 1 und 2 gefunden werden, aber nichts Gefährliches. Seine Familie und Freunde sagten, sie hätten nicht gewusst, dass der 28-Jährige einen derartigen Böller besaß. Wo er ihn her hatte, ist immer noch nicht geklärt. Der deutsche Hersteller will sie jedenfalls nur an Kunden mit Pyrotechniker-Ausweis verkaufen. Dass Schicker den Böller mit einem bengalischen Feuer verwechselt haben könnte, sei laut Polizei noch Spekulation. Seine Befragung könnte das aber klären.

Der Unfall war am Sonntag gegen 03.25 Uhr in der Herzog-Ernst-Gasse in Bruck passiert. Zwei Polizeistreifen, die in der Nähe waren, hörten einen lauten Knall und fanden den 28-Jährigen mit stark blutenden Händen in der Gasse stehend. Sie leisteten Erste Hilfe und alarmierten das Rote Kreuz. Sein 27-jähriger Freund musste ebenfalls behandelt werden. Es stellte sich heraus, dass ein Böller in Schickers Händen explodiert war. (APA, 25.11.2014)

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