Draußen sein mit ... dem Head Cyclic 115

30. November 2014, 08:44
52 Postings

Ein Freeride-Ski, der eine gute Technik verlangt, aufgrund seines Gewichtes sollte der Aufstieg nicht allzu lange dauern

Matthieu Navillod hätte das nicht sagen müssen. Schließlich steht der langjährige französische Buckelpisten-Nationalteamfahrer und aktuelle Freeride-Profi nicht auf der Payroll von Head. (Navillod fährt für Black Crow.)

Umso aussagekräftiger ist es, wenn einer wie Navillod befindet: "Sieht nicht nur super aus, ist auch super: Ein guter Fahrer kann damit richtig Gas geben." Und ein - ähem - Mittelguter? "Der wird auch Spaß haben - wenn er sich traut."

foto: thomas rottenberg

Der Cyclic 115 ist das Freeride-Flaggschiff von Head. Er kam 2013/14 auf den Markt. Für die Saison 2014/15 blieb er technisch unverändert - nur die Farben wurden getauscht: Gelb-Schwarz wurde Schwarz-Gelb.

Der Cyclic ist ein richtig "fettes" Brett für Powderfanatiker: "Fett" weil der Ski mächtig breit (115 Millimeter an der schmalsten Stelle) ist, einen ordentlichen Rocker hat - und nicht ganz leicht ist.

In Nicht-Szene-Sprech (und vereinfacht): Je breiter der Ski, desto eher und besser "schwimmt" er im Pulverschnee auf. Der "Rocker" - eine Art Vor-Biegung - hilft. Je länger er ist (also je näher an der Bindung die Wölbung beginnt und je höher die sogenannte "Negativspannung" den Ski hebt) umso mehr. Das kostet aber (wieder vereinfacht) bei hohem Tempo Spurtreue auf hartem Untergrund. Nur: Auf die Piste gehört so ein Teil eh nicht. Und obwohl der Cyclic in seiner Welt als "drehfreudig" gilt: Slalomski ist er keiner.

foto: thomas rottenberg

Die Piste bringt den Cyclic zum Schnee: So ein Ski will - muss - raus. Ins freie Gelände. Dort fährt er nicht - er surft. Jedenfalls fühlte es sich so an: "Weite, freie Hänge" will der Cyclic, schreiben die Hersteller. Und warnen Wannabes: Ein Ski für "Experten", der "hervorragende Skitechnik" verlangt.

Experten wissen auch: So ein Ski ist nichts für wirklich lange Aufstiege. Fettes Brett will fette Bindung - und diese Kombi wiegt.

foto: thomas rottenberg

Ich habe das Set nicht auf die Waage gestellt, aber länger als zwei, Stunden will ich damit nicht mit Fellen gehen. Oder "hiken" (den Ski am Rucksack tragen): Der Cyclic ist also ein echter Freerider. Einer der Spitzenfahrer begeistert, aber auch gerade mittelmäßigen - Leuten wie mir - richtig Spaß macht. Und Lust, so gut zu werden, um so ein Teil einmal ausfahren zu können. (Thomas Rottenberg, derStandard.at, 30.11.2014)

Getestetes Set:

Ski: Head Cyclic 115. Länge 181. (Online - ohne Bindung - ab 399€.)

Bindung: Tyrolia AAA Adrenaline 16

Testlocations: Montafon & Hochfügen, Frühjahr 2014

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien:

Die Testski wurden der Redaktion für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt.

Share if you care.