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An den Nachwuchs denken

4. Dezember 2014, 14:48

Der Wald ist nicht nur vielfältiger Lebensraum, Wachstumsmotor und Holzlieferant, er ist die Heimat der Nachhaltigkeit.

Um einen Wald langfristig bewirtschaften zu können, darf nur so viel Holz geerntet werden, wie wieder nachwächst. Zu dieser Erkenntnis kam Hans Carl von Carlowitz, Berghauptmann in Kursachsen, bereits im Jahr 1713. Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde demzufolge bereits vor 300 Jahren geprägt. Tatsache ist, dass der Wald lebenswerten Naturraum bietet, der jedes Jahr größer wird und die Menschen mit der wichtigen Ressource Holz versorgt. Er ist Lebensraum, Erholungsgebiet und erfüllt wichtige Schutz- sowie Wohlfahrtsfunktionen, indem er das Erdreich festigt, vor Lawinen schützt oder für sauberes Trinkwasser sorgt.

Wachstumsmotor Wald

Der österreichische Wald sichert bundesweit rund 300.000 Einkommen, und das in über 172.000 Betrieben. Etwa die Hälfte der heimischen Haushalte nutzt schon jetzt Holz als Brennstoff. Der jährliche Produktionswert der gesamten Wertschöpfungskette Holz beträgt rund 12 Mrd. Euro. 2011 konnte ein Außenhandelsüberschuss von 3,84 Mrd. Euro erwirtschaftet werden – Holz ist damit nach dem Tourismus der zweitwichtigste Devisenbringer in der heimischen Leistungsbilanz. Exportiert werden überwiegend Papier sowie Holz und Holzwaren inklusive Schnittwaren. Der Rest entfällt auf Holzmöbel, Zell- und Holzstoff sowie Span- und Faserplatten. Beinahe die Hälfte, genauer 48 Prozent der Staatsfläche Österreichs, ist von Wald bedeckt. Damit ist der Wald das prägende Landschaftselement. Österreich liegt im internationalen Vergleich im Spitzenfeld, es ist eines der am dichtesten bewaldeten Länder Mitteleuropas. Jedem Einwohner stehen statistisch gesehen im Schnitt 0,5 Hektar Wald zur Verfügung. Zum Vergleich: in Deutschland sind es 0,14 ha und in der Schweiz 0,17 ha pro Einwohner.

In den letzten 50 Jahren ist die Waldfläche um etwa 300.000 ha angewachsen. Jedes Jahr wächst mehr Holz nach, als geerntet wird. Dadurch hat der Holzvorrat seit den 80er-Jahren um etwa 30 Prozent zugenommen und beträgt 1100 Millionen Kubikmeter, geerntet werden etwa zwei Prozent davon. Waldflächen und Holzvorratszuwachs sind eine Folge der seit Jahrhunderten praktizierten nachhaltigen Waldbewirtschaftung, des strengen heimischen Forstgesetzes und nicht zuletzt des Verantwortungsbewusstseins der Waldbesitzer. Dem Wald werden im Forstgesetz vier Funktionen – Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktion – zugeschrieben – man spricht von multifunktionaler Waldwirtschaft. Auf EU-Ebene gibt es aber Bestrebungen, Wälder aus der Nutzung zu nehmen und sich selbst zu überlassen. Dies würde nicht nur einen massiven Rückschritt für Österreichs Wirtschaft bedeuten, auch die Schutzfunktion würde an Wirkung verlieren. Als von den Alpen dominiertes Land kommt in Österreich dem Schutzwald eine besondere Bedeutung zu. 21 Prozent der heimischen Waldfläche sind als Schutzwald ausgewiesen, dessen Bestockung den Standort vor Erosion und Wind schützen soll.

  • Artikelbild
    foto: öbmv
  • Entwicklung der Waldfläche in Österreich
    grafik: biomasseverband

    Entwicklung der Waldfläche in Österreich

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