Nexus 6: Neues Google-Smartphone lässt sich gut reparieren

25. November 2014, 10:00
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Langwieriger Öffnungsprozess, Abzüge für Displaykonstruktion und angelötete Komponenten

Der Start des Nexus 6 ist Google und Motorola nicht unbedingt geglückt. Verfügbarkeitsprobleme frustrieren die Kundschaft, wer das Gerät schon hat muss derzeit mit Performanceeinschränkungen aufgrund der aktivierten Komplettverschlüsselung des Gerätespeichers leben.

Trotz allem ist das Nexus 6 aber an sich ein gutes Smartphone, auch wenn die Tage der Schnäppchenpreise für Nexus-Devices gezählt sind. Doch was passiert, wenn etwas an dem Riesen-Smartphone kaputt geht? Die Reparaturexperten von iFixit haben sich aufgemacht, diese Frage zu beantworten und das Nexus 6 in seine Bestandteile zerlegt.

Verklebte Rückseite

Zugang zum Innenleben findet man über die Rückseite. Diese ist verklebt und nur mit Hilfe von einfachem Werkzeug, etwa einem Plektrum, abzulösen, denn das Adhäsiv ist relativ kräftig. Darunter findet sich eine weitere Abdeckung, die mit T3 Torx-Schrauben angebracht ist. Da sage und schreibe 22 Stück davon verwendet werden, gerät dieser Schritt zu einer recht langwierigen Prozedur.

Sandwichprinzip

Nach dem Abstecken des Konnektors zur Wireless-Charging-Spule und dem Akku wird auch klar, wieso derart viele Schrauben genutzt wurden, da das Nexus 6 nun praktisch in zwei "Sandwichhälften" zerfällt. Eine davon ist der mittlere Rahmen, auf dem Spule und Batterie angebracht sind, der zweite Teil beherbergt das Mainboard und die Displaykonstruktion. Der Vorteil der Schrauben: es gibt keine weiteren verklebten Teile oder potenziell abbrechende Clip-Halterungen mehr.

Der Akku, dessen Kapazität mit 3.220 mAh angegeben ist, wird offiziell als nicht austauschbar gelistet. Doch hat man sich einmal unter das Gehäuse vorgearbeitet, stellt das Ersetzen der bestehenden Batterie mit einer neuen keine große Herausforderung mehr dar.

ifixit video

Einige Komponenten angelötet

Das Kameramodul prangt auf der Hauptplatine und lässt sich unkompliziert ablösen. Das Nexus 6 verwendet einen Sony Exmore IMX 214-Chip, den man unter anderem auch beim OnePlus One findet. Unterstützt wird dieser von einem auf der Mittelkonstruktion angebrachten Dual-LED-Blitz mit ringförmigem Lichtleiter.

Sonst sind fast alle Komponenten, inklusive Lautsprecher, die geheim gehaltene Benachrichtigungs-LED und der SIM-Slot, an der Platine angelötet, was einen Austausch potenziell riskant macht. Lediglich der Touchscreen-Controller sitzt auf seiner eigenen Platine unterhalb des Mainboards. Die Displaykonstruktion vereint Bildschirm und Touchsensor. Wie bei mittlerweile vielen Smartphones ist im Falle eines Displaybruchs die ganze Einheit zu tauschen.

7 von 10

In Summe verleiht iFixit dem Nexus 6 sieben von zehn möglichen Punkten für seine Reparierbarkeit. Während man den Einsatz von Schrauben lobt – auch, weil nur ein Typ zum Einsatz kommt -, ist die Öffnungsprozedur ein etwas mühseliger Prozess. Danach sind aber alle Komponenten gut zugänglich. Abzüge gibt es aufgrund einiger verlöteter Bauteile und der Displayeinheit. (gpi, derStandard.at, 25.11.2014)

  • 22 Schrauben und etwas Kleber müssen überwunden werden, um ans Innere des Nexus 6 zu gelangen.
    foto: ifixit

    22 Schrauben und etwas Kleber müssen überwunden werden, um ans Innere des Nexus 6 zu gelangen.

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