Physiker aus Österreich stellen die kürzesten aller Lichtblitze her

24. November 2014, 17:42
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Damit können extrem kleine Strukturen bis hin zu einzelnen Atomen beobachtet werden

München/Wien - Das Licht ist bekanntlich ziemlich schnell unterwegs. Mit rund 300.000 Kilometern pro Sekunde markiert es auch die geltende Höchstgeschwindigkeitsgrenze unseres Universums. Den beiden an der TU München tätigen österreichischen Physikern Reinhard Kienberger und Wolfram Helml ist es mit US-Kollegen erstmals gelungen, Röntgenpulse zu messen, die gerade einmal 800 Attosekunden dauern.

Das ist ziemlich kurz, denn eine Attosekunde ist das Milliardstel einer Milliardstelsekunde. Und in einer Attosekunde legt das Licht gerade einmal 0,3 Nanometer (ein Nanometer ist ein Millionstelmillimeter) zurück. Wie die Forscher im Fachblatt "Nature Photonics" berichten, wurden die Blitze am Beschleuniger des Stanford Linear Accelerator Center (SLAC) in Kalifornien erzeugt.

Sehr kurze Röntgenblitze sind keine Rekordspielerei, sondern ein wichtiges wissenschaftliches Werkzeug. Damit können extrem kleine Strukturen bis hin zu einzelnen Atomen beobachtet werden. Mit zwei schnell aufeinanderfolgenden Blitzen können sogar strukturelle Veränderungen von Molekülen während einer Reaktion verfolgt werden. Der erste Blitz löst dabei die Reaktion aus, der zweite misst die Veränderung. Aufgrund ihrer extrem hohen Intensität könnten die Röntgenblitze auch in der Krebstherapie zur Zerstörung von Tumoren eingesetzt werden. (tasch, APA, DER STANDARD, 25.11.2014)

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