ORF-Kinderfernsehen: Bis zur Schmerzgrenze

24. November 2014, 17:10
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Kein Kind im Freundes- und Bekanntenkreis hatte jemals freiwillig Kontakt mit dem ORF-Kinderfernsehen. Das liegt auch an Sendungen wie "Schmatzo – Der Koch-Kids-Club"

Irgendjemand im ORF setzte einmal seine Kernkompetenz in die Praxis um. Er wollte während seiner Berufsausübung nicht dauernd beruflich belästigt werden. Deshalb legte er das Geschick des öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehens in die Hand Thomas C. Brezinas. Ihn kennt die Welt als Erfinder des Tom Turbo.

Wer ihn nicht kennt: Tom Turbo ist ein kluges Fahrrad mit den Schlauchbootlippen einer gachblonden Frau, die öfter in den Seitenblicken vorkommt. Die Handlung ist absolut läppisch. Es ist humorlos bis zur Schmerzgrenze. Das ist ein pädagogischer Trick. Kinder lachen nicht gern. Sie müssen für die Rente und das Taubenvergiften im Park trainieren.

Kein Kind im Freundes- und Bekanntenkreis hatte jemals freiwillig mit Tom Turbo Kontakt. Trotzdem ist Thomas C. Brezina damit so reich geworden, dass man sich im ORF an die alte Raiffeisen-Regel mit den größten Erdäpfeln hält. Die haben gefälligst beim größten Bauern zu wachsen, weil der die höchsten Subventionen bekommt. In China ist Thomas C. Brezina dank Tom Turbo übrigens weltberühmt. Aber China ist ebenfalls eine Diktatur.

Deshalb ist Thomas C. Brezina Herr über das gesamte Kinderfernsehen im ORF. Kein Kind im Freundes- und Bekanntenkreis hatte jemals freiwillig Kontakt mit dem ORF-Kinderfernsehen. Das liegt unter anderem an Sendungen wie "Schmatzo – Der Koch-Kids-Club". Im Bannkreis des Umschaltimpulses lässt Thomas C. Brezina dort eine gewissen Alexander Kumptner mit der Neigungsgruppe Benetton-Kids statt Apfel und Brot Quiche Lorraine und Müsli-Riegel zur Schuljause kochen. Reiche Eltern haben für so etwas Zeit. Welches Kind isst Müsliriegel? (Christian Schachinger, DER STANDARD, 25.11.2014)

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