Förderpaket für Austrofirmen aufgestockt

24. November 2014, 16:47
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Weitere Förderungen sollen Firmen gezielt auf andere Weltmärkte führen

Wien - Für die von der Russland/Ukraine-Krise betroffenen österreichischen Unternehmen wird ein noch umfangreicheres Förderpaket geschnürt. Zusätzlich zu den bereits seit Krisenbeginn bestehenden Maßnahmen von Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer gibt es weitere Förderungen, um Firmen bei Ausfällen aus dem Russland/Ukraine-Geschäft gezielt auf andere Weltmärkte zu führen.

Die Mittel aus der Internationalisierungsoffensive "go-international" des Wirtschaftsministeriums und der WKÖ werden aufgestockt und damit ein Förderpaket mit einem Umfang von 2,5 Mio. Euro ausgerollt, heißt es in einer Pressemitteilung der Wirtschaftskammer Österreich von heute, Montag.

Aus dem "Russland/Ukrainepaket" gebe es für betroffene Unternehmen bis Ende 2015 bis zu 30.000 Euro Direktförderungen und auch günstigere Konditionen für Beteiligungen an österreichischen Gruppenausstellungen im Ausland. Weiters würden gezielt Veranstaltungen für die Bearbeitung von Ausweich- bzw. Ersatzmärkten angeboten.

Die Außenwirtschaft Austria der WKÖ mit ihren lokalen Stützpunkten in Moskau, St. Petersburg, Ekaterinenburg und Sotchi bzw. in Kiew und Lemberg halte an ihrem Programm für Russland und die Ukraine fest, damit Geschäftsmöglichkeiten dort weiter genutzt werden können.

Verlässlicher Partner

"Gerade in herausfordernden wirtschaftlichen Zeiten ist es wichtig, als verlässlicher Partner aufzutreten. Daher unterstützen wir die von den Entwicklungen in Russland und der Ukraine betroffenen Unternehmen jetzt noch intensiver", so WKÖ-Präsident Christoph Leitl.

Österreichs Exporte nach Russland sind in den ersten sieben Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,6 Prozent auf 1,55 Mrd. Euro gesunken. Für 2014 werde insgesamt ein Rückgang von 15 Prozent erwartet, heißt es in der heutigen Mitteilung weiter.

Nach Russland geliefert werden vor allem Maschinen und Anlagen, pharmazeutische Produkte sowie Waren aus Eisen und Stahl. Auf die von den russischen Gegensanktionen besonders betroffenen Bereiche "Lebensmittel und Tiere" entfielen rund 6 Prozent der österreichischen Lieferungen nach Russland. Mehr als 500 österreichische Firmen hätten Niederlassungen in Russland.

Die österreichischen Lieferungen in die Ukraine sanken von Jänner bis Juli um 12 Prozent auf 347 Mio. Euro. Wichtigste Exportgüter seien Maschinen und Anlagen sowie Pharmazeutika. Zulieferchancen gebe es momentan aber weiterhin in der Nahrungsmittelindustrie sowie Land- und Forstwirtschaft. Aufgrund der geographischen Nähe und des großen Nachholbedarfs gilt die Ukraine jedoch generell mittel- bis langfristig ein Hoffnungsmarkt für die österreichische Wirtschaft. (APA, 24.11.2014)

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