Bundestheater: Anfrage zu neuen alten Beratern

24. November 2014, 16:18
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Wirkten bereits an Ausgliederung mit - Kulturminister sieht keine Unvereinbarkeit

Wien - Das Beratungsunternehmen ICG, das derzeit für das Kulturministerium an einer Studie über die mögliche künftige Struktur der Bundestheater arbeitet, hat unter seinem früheren Namen Infora bereits bei der "Planung, Steuerung und Begleitung der Umsetzung" der Bundestheater-Ausgliederung mitgewirkt. Das bestätigt Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) in einer Anfragebeantwortung.

Auf die Frage der NEOS-Kultursprecherin Beate Meinl-Reisinger, ob es sinnvoll erscheine, "dass die ICG die Bundestheater-Holding nun evaluiert", nachdem sie selbst am Ausgliederungs-Prozess beteiligt gewesen sei, antwortet der Minister, dass das Unternehmen "in den letzten 15 Jahren an der Entwicklung, Umsetzung oder der Weiterentwicklung verschiedener relevanter Strukturen großer deutschsprachiger Theater beteiligt" gewesen sei, dass aber auch "gerade die Kenntnisse der Detailstrukturen der Bundestheater eine rasche und detaillierte Analyse der ICG ermöglicht, insbesondere auch bei Feststellungen darüber, welche Aspekte der Struktur im Laufe der Jahre nicht weiterentwickelt bzw. nicht konsequent umgesetzt worden sind. Außerdem hat die ICG ein wesentlich günstigeres Angebot als die anderen Interessenten abgegeben."

Er fühle sich "überhaupt nicht" befangen, betont Günter Kradischnig von der ICG in den "Salzburger Nachrichten" (Montag-Ausgabe). Erstens habe damals nicht die ICG, sondern die Firma Synthesis die Strukturen der Ausgliederung vorgeschlagen, zweitens habe die ICG ab 1999 über ein Jahrzehnt nicht mehr für die Bundestheater gearbeitet und sei erst in den vergangenen Jahren wieder beauftragt worden.

Das ICG-Gutachten werde als eine Grundlage für mögliche organisatorische Reformen der Bundestheater herangezogen werden, so Ostermayer-Sprecher Matthias Euler-Rolle, der mit einem Erhalt des Papiers für Anfang Dezember rechnet und eine unverzügliche Veröffentlichung ankündigte. Der weitere Fahrplan hänge dann u.a. vom Koalitionspartner, aber auch von der Frage ab, ob entsprechende Gesetzesänderungen benötigt würden. "Im Laufe des ersten Quartals 2015 sollten wir aber wissen, wohin die Reise geht", sagte Euler-Rolle.

Bereits am Donnerstag werden dagegen die neuen Zusammensetzungen der Aufsichtsräte der Bundestheater-Holding und ihrer Tochtergesellschaften bekannt gegeben. (APA, 24.11.2014)

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