Regierung und Rebellen verhandeln über Ende des Darfur-Konflikts 

24. November 2014, 11:43
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Vermittler fordern Ende der Kampfhandlungen im Sudan

Addis Abeba/Darfur - Die sudanesische Regierung und Vertreter zweier Rebellenbewegungen haben Gespräche über eine Beendigung des jahrelangen Konflikts in der Region Darfur aufgenommen. Unter Vermittlung der Afrikanischen Union (AU) trafen sich die Delegationen am Sonntagabend in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Der Verhandlungsführer der AU, Südafrikas ehemaliger Präsident Thabo Mbeki, rief beide Seiten auf, ihre Kampfhandlungen einzustellen. "Es muss alles dafür getan werden, um die gewaltsamen Konflikte im ganzen Land zu beenden und einen nationalen Dialog voranzutreiben", sagte Mbeki.

Nach einem Aufstand gegen die Zentralregierung im Jahr 2003 waren in Darfur nach UNO-Angaben mehr als 300.000 Menschen getötet und zwei Millionen weitere aus ihren Häusern vertrieben worden. Die Rebellen in der Wüstenprovinz fühlen sich von der arabisch-dominierten Regierung in Khartum benachteiligt und an den Rand gedrängt.

Gute Absichten und Skepsis

Der Verhandlungsführer der Regierung, Amin Hassan Omer, bekräftigte die Bereitschaft Khartums, ein Abkommen über einen Waffenstillstand zu erzielen. Doch die Vertreter der Rebellen äußerten sich skeptisch. Der Anführer der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM), Mohamed Gebreil, zweifelte den Friedenswillen der Regierung an. Diese betrachte den Konflikt in Darfur weiterhin aus "rein militärischer Perspektive", anstatt den "legitimen Friedensprozess" zu unterstützen.

Minni Minnawi, der die Sudanesische Revolutionäre Front (SRF) bei den Gesprächen vertritt, warf der Regierung "Gräueltaten im Ausmaß eines Völkermords" vor. Der Sudan stehe kurz vor dem Zusammenbruch.

Mitte des Monats hatte sich die Regierung bereits mit Rebellen aus den Bundesstaaten Süd-Kordofan und Blauer Nil zu Friedensverhandlungen getroffen. Dort waren 2011 kurz vor der Abspaltung des Südsudans Kämpfe ausgebrochen. Vermittler bewerteten die Gespräche als "positiv". Ein Abkommen wurde aber nicht geschlossen. (APA, 24.11.2014)

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