Generalstabschef warf Schaffer aus Beraterstab

24. November 2014, 10:37
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Vertrauen "auf das Tiefste erschüttert" - Präsidenten der Bundesvereinigung der Milizverbände wurde in Reservestand versetzt

Wien - Generalstabschef Othmar Commenda hat den Präsidenten der Bundesvereinigung der Milizverbände, Michael Schaffer, aus seinem Beraterstab geworfen. Grund dafür war Schaffers anhaltende Kritik an den Einsparungsmaßnahmen, berichteten "Die Presse" und die "Salzburger Nachrichten" am Montag.

Generalstabschef forderte "Mindestmaß an Loyalität"

In einem Brief vom 10. November wirft Commenda Schaffer vor, "unsachliche und aus dem Zusammenhang gerissene Argumente in polemischer Art und Weise verwendet" zu haben, "welche die Integrität der Berufsoffiziere, insbesondere jene der Generalstabsoffiziere, öffentlich in Frage" stellen. Das Vertrauen sei "auf das Tiefste erschüttert". Der Generalstabschef forderte "ein Mindestmaß an Loyalität" ein. "Ich habe mich daher entschlossen, zukünftig auf Deine Mitarbeit im Beraterstab des Chefs des Generalstabes zu verzichten." Dem Brief sind dem Vernehmen nach mehrere persönliche Gespräche vorangegangen.

Commenda hat einen Beraterstab mit mehreren Milizoffizieren, die also beim Generalstab "beordert" sind und dort ihre Expertise, etwa als Juristen, einbringen. Schaffer war in diesem Gremium Berater für Milizangelegenheiten. Nunmehr wurde er in den Reservestand versetzt und dem Militärkommando Salzburg zugeteilt - das heißt, er ist nicht mehr im Milizstand und nimmt nicht mehr an Übungen teil.

"Das erinnert mich an übelste Zustände von Militärregimes: Jeder Störenfried wird weggemobbt", kritisierte Schaffer in der "Presse". (APA, 24.11.2014)

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