Deutsche Stimmung hellt sich überraschend auf

24. November 2014, 10:05
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Ifo-Index steigt erstmals seit einem halben Jahr

Berlin - Hoffnungsschimmer für die schwächelnde deutsche Wirtschaft: Nach sechs Rückgängen in Folge hat sich die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen im November überraschend aufgehellt. Der Geschäftsklima-Index kletterte um 1,5 auf 104,7 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen Rückgang auf 103,0 Zähler erwartet. "Der Abschwung ist zumindest unterbrochen", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Allerdings warnte das Ifo-Institut vor allzu großem Konjunkturoptimismus. "Es ist zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Die Führungskräfte schätzten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser ein als zuletzt. Im Groß- und Einzelhandel, im Bauhauptgewerbe und in der Industrie verbesserte sich das Klima. "Vom Exportgeschäft werden weitere Impulse erwartet", sagte Sinn. Bei den Dienstleistern zeigte das Barometer dagegen leicht nach unten.

Versöhnlicher Jahresausklang?

"Die Unternehmen haben sich damit abgefunden: das Winterhalbjahr bringt kaum Wachstum", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. "Aber sie hoffen auf den Frühling". Das sieht auch LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert so: "Der Ifo zeigt, dass wir mit einem versöhnlichen Jahresausklang zu rechnen haben. Geholfen haben auch der niedrigere Ölpreis und der Rückgang des Euro."

Das Bruttoinlandsprodukt war im dritten Quartal um 0,1 Prozent gewachsen, nachdem es Frühjahr um 0,1 Prozent geschrumpft war. Wegen der Verunsicherung durch Krisen wie in der Ukraine und im Nahen Osten senkten viele Experten ihre Wachstumsprognosen zuletzt deutlich: Für 2014 dürfte es nur noch zu einem Plus von rund 1,2 Prozent reichen. Für das kommende Jahr gehen die Prognosen auseinander. Während die Bundesregierung eine Beschleunigung auf 1,3 Prozent erwartet, rechnen die Wirtschaftsweisen mit einem Rückgang auf 1,0 Prozent. (Reuters, 24.11.2014)

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