Andreas Schicker auf dem Weg der Besserung

23. November 2014, 21:49
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Horn-Spieler verlor linke Hand und Teile des Arms bei Böller-Explosion - Laut Ärzten nahm er Situation nach OP gefasst auf

Bruck an der Mur - Nach dem schweren Unfall mit einem Knallkörper in der Nacht auf Sonntag befindet sich Andreas Schicker auf dem Weg der Besserung, hieß es am Montag seitens der Ärzte am LKH Graz. Der 28-jährige Spieler des SV Horn hat bei der Explosion seine linke Hand verloren, der rechte Daumen wurde ihm von den Ärzten angenäht. Ob er ihn behält, müsse man noch abwarten.

Zehn Stunden Operation

Der ehemalige U-21-Teamspieler wurde am Sonntag zehn Stunden lang von drei Chirurgen operiert. Während die linke Hand inklusive dem unteren Drittel des Arms amputiert werden musste, nähten die Chirurgen die Gefäße der schwer verletzten rechten Hand wieder zusammen. In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob die Durchblutung des Daumens funktioniert. Der Daumen hing laut Chirurg Martin Hubmer nur noch an einer kleinen Haut- und Sehnenbrücke. Die linke Hand dagegen sei "komplett zerfetzt" gewesen. Deshalb habe die Operation gegen 5.00 Uhr früh auch mit der rechten Hand begonnen, links sei "rekonstruktiv nichts mehr möglich" gewesen.

Um den beinahe ganz abgetrennten Daumen wieder zu versorgen, hätten die Ärzte unversehrte Gefäße aus dem linken Arm genommen. Zuvor war die Verletzung chirurgisch gesäubert worden: "Das ganze kaputte Gewebe wurde abgenommen und der Daumen dann angenäht. Ob er ihn behält, wird sich in den kommenden 48 Stunden zeigen", sagte Hubmer am Montag. Seiner Einschätzung nach sehe es aber gut aus. Dem Patienten - er ist Linkshänder - gehe es den Umständen entsprechend "sehr gut". Er war direkt nach der Operation ansprechbar und die Ärzte hätten ihm die medizinischen Maßnahmen erklärt: "Mein Eindruck war, dass er es gefasst aufgenommen hat", sagte der Chirurg.

Begleiter unter Schock

Weitere Operationen werden in den kommenden Tagen notwendig sein. Während der Stumpf am linken Arm praktisch fertig genäht ist und abheilen kann, sei die Wunde an der rechten Hand noch nicht ganz geschlossen worden, da das Gewebe zu geschwollen ist. "Wir haben eine Kunsthaut darübergegeben. Sie wird beim sogenannten Second Look ein bis zwei Tage nach der Operation entfernt, um die Verletzung erst dann komplett zu schließen", erklärte Hubmer. Außerdem könne je nach Entwicklung bei der zweiten OP weiteres abgestorbenes Gewebe entfernt werden.

Wie die Polizei Montagnachmittag mitteilte, soll es sich bei dem pyrotechnischen Gegenstand um einen in Deutschland produzierten Böller handeln. Dieser dürfe allerdings nur von Berufspyrotechnikern gekauft und gezündet werden. Wie Andreas Schicker zu dem Knallkörper kam, ist noch nicht geklärt, da er bisher noch nicht vernommen werden konnte. Das soll erst in den kommenden Tagen passieren.

Der 27-jährige Begleiter von Schicker, der sich zum Zeitpunkt der Explosion in der Nähe aufgehalten hatte, musste wegen eines schweren Schocks ins LKH Bruck/Mur. Er hat leichte Abschürfungen an den Beinen und Probleme mit den Ohren wegen des Knalls, sagten die Ermittler. Er sagte gegenüber der Polizei, er habe nichts von dem Böller gewusst und auch nicht gesehen, wie es zur Zündung kam.

Verein wünscht "bestmögliche Genesung"

Schickers Verein erklärte noch am Sonntagabend auf der Website, dass die "SV Horn Familie" in Gedanken bei Schicker sei und ihm "bestmögliche Genesung" wünsche. Der Fußballer hatte zuletzt nicht gespielt, da er an einem Kreuzbandriss laborierte, er soll aber schon wieder an Training gedacht haben. Wie es mit seiner Fußball-Karriere nun weitergeht, ist offen.

Schicker spielte in seiner Karriere bereits unter anderem für die SV Ried, Austria Wien, Wiener Neustadt und die Admira. Der 28-jährige war im Sommer vereinslos geworden und erst spät beim SV Horn untergekommen. Kurz nach der Vertragsunterzeichnung hatte er sich im Training eine schwere Knieverletzung zugezogen. (APA/red, 24.11.2014)

  • Horn-Kicker Andreas Schicker verlor durch eine Böllerexplosion eine Hand.
    foto: apa

    Horn-Kicker Andreas Schicker verlor durch eine Böllerexplosion eine Hand.

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