"Heiße" Woche für neuen ORF-Kollektivvertrag

24. November 2014, 00:36
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Montag noch Verhandlungen, Dienstag und Mittwoch tagen Betriebsräte über Ergebnis

Wien - "Heiße Schlussphase": Dort verorten Verhandler den neuen Kollektivvertrag für den ORF. Freitag redeten ORF-Manager und -Betriebsräte darüber, unter welchen Bedingungen Menschen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk angestellt werden - und wieviele davon. Montag gehen die Verhandlungen weiter, und sie sollten nach dem Terminplan zu einem Ergebnis kommen. Denn darüber sollen Dienstag und Mittwoch die Betriebsräte des ORF abstimmen.

Zentrale Bedingung für den neuen Kollektivvertrag, der für neu Angestellte die Konditionen gegenüber den bisherigen verschlechtert: Zusätzliches Personal in den etwa durch vorgezogene Pensionsangebote ausgedünnten Redaktionen. Rund 700 Jobs weniger brachten die vergangenen Jahre nach Angaben aus dem ORF.

Vorige Woche schon signalisierten ORF-General Alexander Wrabetz und Finanzdirektor Richard Grasl die Bereitschaft aufzustocken, als sie den Finanzplan für 2015 präsentierten. Da geht es einerseits um die Anstellung bisher freier Mitarbeiter und von Leasingkräften, etwa in den Landesstudios aber auch um das Engagement zusätzlicher Nachwuchskräfte.

Vier verschiedene Kollektivverträge im ORF

Im Gegensatz zum neuen Journalisten-Kollektivvertrag soll der neue ORF-KV für bereits Angestellte keine Verschlechterungen bringen. Kenner der Materie verweisen aber auch auf Rückwirkungen neuer Kollektivverträge auf frühere Reglements - so wurden längst auch nach alten Regeln Beschäftigten Goodies wie Jubiläumsgelder und zusätzliche Feiertage wie Karfreitag beziehungsweise freie Betriebsausflugs-Tage gestrichen.

Im ORF gibt es mit dem KV 2015 vier verschiedene (und unterschiedlich günstige) Standards für Angestellte: die alte Freie Betriebsvereinbarung, den Kollektivvertrag aus 1996, den Kollektivvertrag von 2003 und den nächsten.

Zentralbetriebsrat am Dienstag, Betriebsräte am Mittwoch

Dienstag soll der Zentralbetriebsrat über die Ergebnisse vom Montag befinden, Mittwoch dann die Versammlung aller ORF-Betriebsräte. Prognosen trauen sich selbst langjährige Kenner der Lage und Beteiligten nicht zu.

foto: apa/robert jaeger
Zentralbetriebsrats-Vize Gerhard Berti (rechts), derzeit federführend bei den KV-Verhandlungen, mit Zentralbetriebsratschef Gerhard Moser.

Vor allem Zentralbetriebsrats-Vize Gerhard Berti (ORF-Technik) dürfte auf den Segen der Betriebsräte hoffen. Er führt nach Informationen vom Küniglberg derzeit die Verhandlungen über den neuen Kollektivvertrag, der noch im Dezember den ORF-Stiftungsrat passieren soll und 2015 in Kraft treten.

Reisepläne, kolportiert

Würde das Verhandlungsergebnis abgelehnt, könnte sich das mit kolportierten Reiseplänen Bertis spießen: Er soll am 2. Dezember zu einer großen internationalen Gewerkschaftskonferenz in Kapstadt (Südafrika) ein geladen sein. Drängende Nachverhandlungen kämen da wohl eher ungelegen, vermuten manche seiner Kollegen. (red, derStandard.at, 23.11.2014)

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