Sein und Design

Einserkastl23. November 2014, 15:55
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Hologramm führt Konsumenten zu den Anfängen der Essensbeschaffung

Der Mensch verliert den Bezug zur Natur: Wer den ganzen Tag am Bildschirm sitzt, in der Pause nachhaltig denaturierten Fraß aus der Kantine aufnimmt und sogar dem Ruf der Natur nur auf ein naturident duftendes Örtchen folgen darf, der hat abends erhöhten Wildnisbedarf. Zum Glück gibt's Universum und Servus TV!

Das Bedürfnis nach Naturerlebnis bedient auch die Designerin Pan Wang. Sie will uns wieder zu "Jägern und Sammlern" machen und zeigen, dass Fleisch nicht auf Styropor wächst und auch der Apfel mitunter hoch oben am Baum hängt. Weil sich das als Konzept zur Beschaffung des täglichen Bedarfs nur bei forciert flexibler Einteilung der Arbeitszeit ausgehen kann, hat sie ein System designt, wo "Konsumenten mit Hightech zurück zu den Anfängen der Essensbeschaffung" geführt werden, wie die APA mitteilt.

Wang entwickelte ein in den Raum projiziertes Hologramm, mit dem "wir endlich wieder spielerisch Nahrung sammeln, angeln oder jagen können". Der Clou: Die solcherart erlegten Lebensmittel werden digital an den Supermarkt übermittelt und frei Haus geliefert.

Sehr schön auch Wangs Erklärung ihrer Idee: "Viele wissen nicht mehr, woher unsere Nahrung kommt." Nur konsequent, dass sie dafür einen internationalen Designpreis bekam. Aber Achtung - das Leben ist kein Videospiel: Wer wahllos auf freilaufende Schnitzel ballert, dem geht schnell einmal der Kühlschrank über. (Severin Corti, DER STANDARD, 24.11.2014)

  • Artikelbild
    foto: electrolux
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