Petrus lehnt IFM-Angebot vorerst ab

22. November 2014, 14:12
posten

Der australische Pensionsfonds IFM darf Anteile am Flughafen Wien kaufen, das Angebot von 80 Euro erscheint Investor Klaus Umek als zu bescheiden

Der australischer Fonds IFM Global Infrastructure Fund (IFM GIF) spitzt bekanntlich auf eine Beteiligung beim Flughafen Wien. Wie im heurigen Oktober bekannt wurde, will er ein freiwilliges öffentliches Angebot für den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung zwischen 20 und 29,9 Prozent des Grundkapitals an der Flughafen Wien AG legen.

"Wir sind keine Heuschrecke", tat Werner Kerschl, Investment Director von IFM bei einem damals kurzfristig einberufenen Termin kund. IFW bereite ein Angebot für mindestens 20 Prozent der Anteile am Flughafen Wien vor, je Anteil werden 80 Euro geboten. Formal werde das Angebot aber erst gelegt, wenn die Übernahmekommission grünes Licht dafür gibt. Das ist mittlerweile geschehen. Insgesamt will IFW um die 500 Millionen Euro für die Übernahme des Aktienpakets in die Hand nehmen.

Bescheidene Übernahmeprämie

Investor Klaus Umek bzw. seine Investmentgesellschaft Petrus Advisers richten den Australiern nun via Inserate in den heimischen Tageszeitungen aus, dass man das Angebot zur Kenntnis genommen habe, die Übernahmeprämie allerdings für bescheiden halte. "Ich empfehle, dass durch Wegfall der Konditionalität noch im Dezember eine Auszahlung gesichert wird. Auch befürworte ich als Altaktionär, der das gesamte Geschäftsjahr über die Aktien gehalten hat, eine Aufbesserung des Angebotes. Andernfalls erwarten wir bei Ablehnung ja bereits in ein paar Monaten eine erhöhte Dividende".

"Gerne sind wir und befreundete Fonds dafür bereit, Ihrem Angebot mehr Transaktionssicherheit zu gewährleisten", so Umek. Die Übernahme ist noch lang nicht unter Dach und Fach: Falls IFM weniger als 20 Prozent der Aktien angeboten bekommt, ist der Deal gescheitert.

Der ehemalige Goldman-Banker und Gründer von Petrus Advisers Investments begeistert sich nach eigenen Angaben für gut gemanagte "Infrastruktur-Monopole wie Post oder Flughafen Wien". Beim Flughafen habe er zwar "keine Illusion, Kontrolle auszuüben", aber auf bis zu zehn Prozent Anteil könnte Petrus für Investoren maximal kommen, hat es in der Vergangenheit geheißen. Derzeit hält Petrus Advisers nach eigenen Angaben rund 3,5 Prozent.

Schwere Trennung

Petrus Advisers tut sich offenbar schwer, sich vom Anteil zu trennen. "Wir sind mit keiner österreichischen Aktienveranlagung der letzten Jahre so zufrieden wie mit unserem Investment in die Leistung von Günther Ofner und Julian Jäger", erklärt Umek. Die beiden neuen Flughafen-Vorstände hätten in den vergangenen zweieinhalb Jahren ganze Arbeit geleistet. Seit ihrem Amtsantritt habe sich das Investment vor Dividenden verdreifacht. Auch der Ausblick sei positiv: Die Situation um die Austrian Airlines (AUA) habe sich konsolidiert, stetiges Passagierwachstum sei gewährleistet und eine höhere Dividende in Aussicht gestellt.

Petrus Advisers hat laut Umek nach einem "Gedankenanstoß" von Erste-Group-Vorstandschef Andreas Treichl 2011 begonnen, Aktien des Wiener Airports zu kaufen - noch als der Managementwechsel beim Flughafen und der AUA-Betriebsübergang andere Investoren abgeschreckt habe, so der Fondsmanager.

Die Aktie ist an der Wiener Börse aktuell 74,54 Euro wert. Vor dem Übernahmeangebot von IFM war sie heuer von 72 Euro auf unter 62 Euro gesunken - laut Petrus Advisers weil ein US-Fonds ein Aktienpaket von fast 5 Prozent verkauft und damit den Aktienkurs gedrückt hat. (red, derStandard.at, 22.11.2014)

Share if you care.