Secret Life of Plants, ein Besuch im Atelier

21. November 2014, 17:10
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Von Julya Rabinowich

Während der Vienna Art Week stehen kleine Expeditionen ins noch Unbekannte an. In den offenen Ateliers kann man seine Besichtigungsvariationen zusammenstellen,wie man eine Konfektschachtel mit lustvollem Gustieren auffüllt. Etwa Birgit Knoechls Arbeiten, meist in Schwarz-Weiß gehaltene Papierschnitte. Bedrohliche wie faszinierende Pflanzenwucherungen, die raumgreifend ganze Säle überziehen und verändern, wie die Installation in der Albertina. Oder verletzliche Pflänzchen in Plexiglasgefängnissen, die, aneinandergereiht, Archive auf Museumswänden ergeben.

Ein Katalog zu den vielfältigen Auslotungen von Linie und Raum im Wachstumsprozess ist - nun ja, am Wachsen. Die Begegnung an der Arbeitsstätte hat im Vergleich zur anonymen Ausstellungssituation etwas zerbrechlich Privates. Zu besichtigen sind neue, im Unterschied zur vorangehenden Serie sattschwarzer kompakter Arbeiten, die an Mutationen zwischen Insekt und Pflanze erinnern, überwiegend in Weiß gehaltene filigranere Werke, spielerisch in Licht und Schatten. Das Atelier: ein kleiner Raum, in dem große Installationen im modularen System entstehen. Was wild wuchern kann, braucht hier paradoxerweise nicht viel Platz. Urwald aus dem Koffer. Pflanzenhybride to go. (Julya Rabinowich, DER STANDARD, 22./23.11.2014)

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