Erste Wohnungen auf dem Otto-Wagner-Areal Ende 2017 fertig

21. November 2014, 15:07
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140 Neubau-Einheiten geplant – Nachnutzungskonzept für historische Spitalspavillons soll Ende 2016 vorliegen – Keine Bebauung des West- und Mittelteils

Wien – Umfang und Zeitplan für die – zwischenzeitlich äußerst umstrittene – Bebauung des Wiener Otto-Wagner-Areals stehen: Am Ostteil entstehen 140 Neubauwohnungen. Die ersten 60 werden Ende 2017 fertig sein, die restlichen Einheiten spätestens 2020. Für die schrittweise freiwerdenden historischen Spitalspavillons wird bis Ende 2016 ein Nachnutzungskonzept erarbeitet.

Ursprünglich hatte die Stadt 600 Wohnungen am – auch die sogenannten Steinhofgründe umfassenden Gelände – in Penzing geplant. Anrainer legten sich daraufhin mit massiver Unterstützung der "Kronen Zeitung" quer, worauf schließlich eine Expertenkommission eingesetzt wurde, die den Bau von maximal 160 Wohnungen empfahl. Im Rathaus versprach man, sich an die Vorschläge zu halten. Am Freitag präsentierten nun Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) und Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) in einer Pressekonferenz die konkreten Pläne – inklusive der nun fixierten 140 Wohnungen.

60 davon werden ab Ende 2015 gebaut und sollen Ende 2017 bezugsfertig sein, sagte Ewald Kirschner, Generaldirektor der Gesiba, die den Bau verantwortet. Dann folgen 80 weitere Wohnungen bis 2019/2020. Alle Einheiten sollen im Rahmen des sozialen Wohnbaus entstehen, also zu relativ niedrigen Mietpreisen angeboten werden. "In einem Viertel der Wohnungen wird es außerdem betreutes Wohnen geben", so Kirschner.

Wohneinheiten in bestehende Gebäude

Zu den Neubauten kommen zudem noch einmal 60 bis 80 Wohneinheiten. Sie werden allerdings in bereits bestehende Wirtschaftsgebäude integriert. Außerdem wird die stationäre orthopädische Rehaklinik Wien Baumgarten um eine neurologische Abteilung mit 70 Einzelzimmern erweitert, verkündete VAMED-Vorstandsdirektor Gottfried Koos. Der Vertrag mit dem Verein "e.motion", der auf dem Areal Pferdetherapie anbietet, sei ebenfalls bis 2025 verlängert worden.

Abgesehen vom Ostteil wird es auf dem riesigen, oft als Erholungsgebiet genutzten Gelände, auf dem sich auch die Otto-Wagner-Jugendstilkirche befindet und das weiterhin öffentlich zugänglich bleibt, keine Bebauung geben, versprach Vassilakou. Per Flächenwidmung soll das bereits Anfang 2015 fixiert werden. Da die Krankenhausabteilungen im Zuge der Spitalsreform bis Mitte der 2020er-Jahre nach und nach absiedeln, stellt sich die Frage der Nachnutzung der Pavillongebäude.

Mit der Erstellung eines Konzepts, das bis Ende 2016 vorliegen soll, wurde die Wiener Standortentwicklung GmbH (WSE) – eine Tochter der Wien-Holding – beauftragt. Vorgesehen ist ein Mix aus wissenschaftlichen, kulturellen, gesundheitlichen und sportlichen Angeboten. Die Bürger dürfen hier jedenfalls mitreden, wurde versichert. Ein Infopavillon in der ehemaligen Poststelle beim Haupteingang wird morgen, Samstag, eröffnet und ist künftig dienstags und donnerstags von 15.00 bis 18.00 Uhr besetzt.

ÖVP und FPÖ dagegen

Die Rathaus-Opposition hat sich im Hinblick auf die Detailpläne weiter unglücklich gezeigt. FPÖ-Planungssprecher Anton Mahdalik stieß sich an den geplanten vierstöckigen Wohneinheiten und ortete angesichts dieser "Wohnklötze" eine Zerstörung des Ensembles bzw. des Grünraums. Die Blauen wünschen sich einen Stopp der Wohn- und Neubaupläne.

Die ÖVP wiederum ärgert die zeitliche Abfolge der Vorhaben. "Wer jetzt auf diesem Jugendstil-Juwel völlig unsensibel zubaut, bevor überhaupt geklärt ist, wie das Areal nach Absiedlung des Spitals weiterhin genutzt werden soll, der agiert planlos, willkürlich und ohne Weitblick", fasste Landesparteichef Manfred Juraczka seinen Unmut via Aussendung zusammen. (APA, 21.11.2014)

  • Die ersten 60 Wohnungen am Steinhof sollen 2017 beziehbar sein.
    foto: gisela erlacher / wse / pid

    Die ersten 60 Wohnungen am Steinhof sollen 2017 beziehbar sein.

  • Die Wohnobjekte befinden sich im Osten des Geländes.
    foto: apa-auftragsgrafik

    Die Wohnobjekte befinden sich im Osten des Geländes.

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