Psoriasis-Register: Erkenntnisse für Therapiemanagement 

21. November 2014, 12:53
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Register enthält Behandlungsdaten von Patienten mit schwerer Schuppenflechte. Grazer Mediziner wollen Vorhersagen zu Therapie-Erfolg möglich machen

Ein 2009 von der Medizinischen Universität Graz eingerichtetes Psoriasis-Register, das Behandlungsdaten von mehr als 1.400 Patienten enthält, bringt neue Erkenntnisse zum Therapiemanagement. Durch eine Zusammenarbeit mit der Biobank der Universität sollen die Daten mit biologischen Parametern verknüpft werden und damit Vorhersagen ermöglichen, welcher Patient auf welche Behandlung anspricht.

Definitive Erkenntnisse erwarte man sich in ein bis zwei Jahren, sagte Peter Wolf von der Grazer Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien. Das Register, das Daten von Patienten mit schwerer Psoriasis enthält, hat bisher gezeigt, dass bei 20 bis 30 Prozent der Betroffenen die ursprüngliche Therapie nicht in ausreichendem Maß wirkt und Umstellungen in der Behandlung erforderlich sind.

Psoriasis genetisch bedingt

Wie viele Menschen in Österreich an der im Volksmund Schuppenflechte genannten Erkrankung leiden, weiß niemand genau. Schätzungen gehen von 80.000 bis 250.000 Betroffenen aus. Die Psoriasis ist genetisch bedingt und wird durch äußere Faktoren ausgelöst, die derzeit noch Gegenstand von Forschungen sind. Sie kann effektiv behandelt werden, allerdings zeigen Daten, dass Patienten in Bezug auf die für sie richtige Therapie unterversorgt sind. Bei schweren Formen können Komorbiditäten auftreten, unter anderen Bluthochdruck, Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen.

In dem von der Medizinischen Universität Graz in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie eingerichteten Register sind Therapien in ihrer Abfolge mit Nebenwirkungen und Erfolgen über einen langen Zeitraum erfasst. Gegenüber Studien, für die "ideale" Patienten ausgewählt werden, habe das Register den Vorteil, dass die Therapie unter Alltagsbedingungen erfasst werden und Schlüsse für die Praxis zulassen, sagte Wolf. In Bezug auf die Einwohnerzahl handle es sich um eine der größten Datenbanken weltweit, erläuterte der Mediziner. Das deutsche Pendant enthalte vergleichsweise die Daten von 3.500 Patienten. (APA, 21.11.2014)

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