Bernd Schilcher in der "ZiB 2": Die letzten Tage der Mammuts 

20. November 2014, 17:43
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In der Glaziologie gibt es den Permafrostboden, in der ÖVP die Bildungsdebatte

Manche gehen mit der Zeit, andere bleiben auf der Strecke. Bernd Schilcher forderte schon in den 1970ern, dass sich seine Partei, die ÖVP, in Sachen Gesamtschule weiterentwickeln müsse. Heute ist er 74 und war am Mittwoch wieder einmal dazu am Wort in der "ZiB 2". Anlass war der Aufruf zur Bildungsrevolution, der diesmal nicht von SPÖ, Grünen oder sämtlichen Bildungsexperten kam, sondern von der Industriellenvereinigung (IV). Ja, er und Hannes Androsch, mit dem sich der Jusprofessor im Ruhestand das Bildungsvolksbegehren antat, hätten sich sehr über die IV gefreut, sagte Schilcher.

Sein Freund, ÖVP-Staatssekretär Harald Mahrer tue ihm "natürlich leid, dass er solche Erklärungen abgeben muss", verriet der aus dem Schatten des Uhrturms zugeschaltete Schilcher Armin Wolf. Mahrer hatte im Beitrag zuvor nämlich wenig Feuer für die Revolution gezeigt: Man habe immerhin ein "über viele, viele Jahrzehnte, zum Teil Jahrhunderte gewachsenes Bildungskonzept". Jahrzehnte oder Jahrhunderte? Ewig jedenfalls. Da kann man verstehen, dass Schilcher meinte, "dass wir die gemeinsame Schule schon seit 1848 diskutieren", der "damalige Unterrichtsminister" aber leider schon gestorben sei.

Dabei sei nun "rund um die ÖVP herum alles schon ganz anders", so Schilcher. "In dem Moment, wo sich das Klima stark verändert hat, ist ihr Habitat geschrumpft", erklärt wenig später Ursula Göhlich in der ZiB 2, da seien sie ausgestorben. Göhlich sprach von Mammuts. Sie ist Kuratorin der Schau im Naturhistorischen Museum, wo ein Mammutbaby liegt, das seit 45.000 Jahren tiefgefroren ist. In der Glaziologie gibt es den Permafrostboden, in der ÖVP die Bildungsdebatte. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 21.11.2014)

Das Interview zum Nachschauen hier.

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