Niederländische Mutter holte Tochter aus IS-Hauptstadt

21. November 2014, 05:29
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Frau reiste vollkommen verschleiert nach Rakka

Rakka/Wien - Eine Niederländerin reiste in das Herz des von der Terrormiliz "Islamischer Staat" kontrollierten Gebiets, um ihre Tochter nach Hause zu holen: in die syrische Stadt Rakka. Im Februar hatte die damals 18-jährige Aicha ihre Heimat verlassen, um einen IS-Islamisten zu heiraten. Erst wenige Monate davor war sie zum Islam konvertiert und radikalisierte sich schnell. Ihre Mutter warnte daraufhin die niederländischen Behörden über die Reisepläne der Tochter - die nahmen der jungen Frau den Reisepass weg.

Mit dem Personalausweis schaffte es Aicha aber trotzdem in die Türkei und von dort weiter nach Syrien, wo sie die Frau von Omar Yilmaz wurde, einem bekannten niederländisch-türkischen Islamisten. "Sie sah in ihm eine Art Robin Hood", sagte die Mutter im September einem niederländischen Fernsehsender. Die Ehe scheiterte allerdings, Aicha wollte wieder nach Hause und schickte ihrer Mutter in diesem Monat einen Hilferuf.

Verschleiert nach Syrien

Monique handelte daraufhin entgegen des polizeilichen Rates und flog sofort in die Türkei. Komplett verschleiert schaffte sie es dann auch über die Grenze nach Syrien und nach Rakka, wo sie ihre Tochter ausfindig machen und das Land verlassen konnte. An der türkischen Grenze wurden die beiden Frauen festgehalten, weil Aicha keinen gültigen Reisepass besitzt. Schließlich durften sie aber in die Niederlande ausreisen. Der Anwalt von Aicha sagte zur BBC, dass die junge Frau bei ihrer Ankunft in Maastricht von der Polizei festgenommen worden war. Die niederländischen Behörden wollten keine Details zu dem Fall veröffentlichen. (red, DER STANDARD, 21.11.2014)

  • Eine Gruppe von Frauen in der syrischen Stadt Rakka. Der Ort gilt als  Hauptstadt der Terrormiliz "Islamischer Staat".
    foto: reuters/stringer

    Eine Gruppe von Frauen in der syrischen Stadt Rakka. Der Ort gilt als Hauptstadt der Terrormiliz "Islamischer Staat".

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