UN-Klimafonds verfehlt proklamiertes Ziel knapp

20. November 2014, 17:15
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Mit Zahlungen reicher Nationen wollte man Entwicklungsländer für Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen gewinnen. Österreich muss sich erst auf seinen Beitrag einigen

Berlin/Wien - Der UN-Klimafonds, aus dem Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel in den meistbetroffenen Entwicklungsländern finanziert werden sollen, ist schwerer geworden. Während der Geberkonferenz in Berlin, die am Mittwoch endete, haben diverse Nationen neue Zusagen gemacht. Österreichs Beitrag steht noch aus.

Der Green Climate Funds (GCF) war das einzig Konkrete des 2009 in Kopenhagen abgehaltenen Weltklimagipfels. Durch Zahlungen reicher Nationen an ärmere wollte man die Entwicklungsländer für Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen gewinnen. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat der Vereinbarung zugestimmt. Der Fonds wurde 2010 bei der Weltklimakonferenz im mexikanischen Cancun auf Schiene gebracht mit der Zusage, ihn ab 2020 jährlich mit 100 Milliarden Dollar (knapp 80 Milliarden Euro) zu befüllen.

Österreich muss sich erst auf Beitrag einigen

Bis jetzt gibt es Zusagen über 9,3 Milliarden Dollar, deutlich weniger als die 15 Milliarden, die man ursprünglich bis zur Klimakonferenz Anfang Dezember in Lima, Peru, zusammenhaben wollte und etwas weniger als die zehn Milliarden, die seit September als Zielgröße genannt werden.

Deutschland hat eine Milliarde Dollar versprochen. Von Österreich erwartet die grüne Umweltsprecherin Christiane Brunner einen Beitrag von 100 Millionen Dollar. Ein am Mittwoch eingebrachter Initiativantrag soll kommende Woche im Budgetausschuss des Parlaments behandelt werden. "Ein Beschluss im Plenum geht sich vor Lima nicht mehr aus. Die Regierung könnte sich aber zumindest auf eine Summe einigen," sagte Brunner dem STANDARD. (Günther Strobl, DER STANDARD, 21.11.2014)

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