Monte Paschi streicht 1.400 Jobs

20. November 2014, 16:11
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Einigung mit den Gewerkschaften

Rom - Die bei den EZB-Gesundheitschecks durchgefallene italienische Bank Monte Paschi di Siena will 1.400 Jobs streichen. Zu einer dementsprechenden Einigung kam es zwischen der toskanischen Bank und den Gewerkschaften, berichteten italienische Medien. Damit will die Krisenbank ihre Kosten reduzieren.

Bankangestellte haben einen hohen Preis für die Krise in Italien gezahlt. In den vergangenen sechs Jahren sind im Bankensektor 28.000 Jobs verloren gegangen, so die Gewerkschaften. Vor Beginn der Krise 2007 waren noch 338.000 Italiener im Bankwesen beschäftigt, derzeit sind es nur noch 309.000.

Monte dei Paschi, die nach den negativen EZB-Stresstests eine Kapitalerhöhung im Wert von 2 Mrd. Euro in die Wege geleitet hat, schloss zuletzt nicht aus, dass ausländische Partner bei der Bank einsteigen könnten. "Wenn ein Ausländer mit einem Scheck in der Hand kommen würde, um Monte dei Paschi zu kaufen, würden wir diese Option überprüfen, doch bisher ist niemand in Sicht", betonte Verwaltungsratsvorsitzender Alessandro Profumo.

Übernahme-Gerüchte um Bank Carige

Inzwischen kursieren in Italien Gerüchte, nach denen die ebenfalls bei den EZB-Gesundheitschecks durchgefallene Bank Carige von der spanischen Banco Santander übernommen werden könnte. Die Madrider Bank unter Kontrolle der neuen Präsidentin Ana Botin überprüfe das Dossier. Santander zählt zu den bestkapitalisierten Banken Europas und würde gern auf dem italienischen Markt wachsen, heißt es in gutinformierten Kreisen.

Die Familie Botin hat seit jeher gute Kontakte in Italien, doch in den letzten Jahren ist Santander nicht mehr auf dem italienischen Markt präsent. Die spanische Bank hatte sich 2007 zurückgezogen, nachdem sie Antonveneta an Monte dei Paschi di Siena verkauft hatte. Die toskanische Bank ist wie Carige bei den EZB-Stresstests durchgefallen.

Ausgeschlossen wird, dass die Übernahme durch Santander vor der Kapitalaufstockung in Höhe von 500 Millionen Euro erfolgen könnte, die Carige plant, um die Kapitaldecke zu stärken. Die Kapitalerhöhung soll von der Mailänder Investmentbank Mediobanca garantiert werden. Gerüchte kursieren, wonach sich auch die Gesellschaft InvestIndustrial um den italienischen Baulöwen Andrea Bonomi an der Kapitalaufstockung zur Schließung von Cariges Bankenlücke beteiligen könnte. In den vergangenen Tagen kündigte Carige den Verkauf zweier Versicherungstöchter an einen Finanzinvestor an, um ihre Kapitaldecke zu konsolidieren. (APA, 20.11.2014)

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