"Rosetta" soll in Tiefflügen Aufnahmen von "Tschuris" Oberfläche schießen

20. November 2014, 15:51
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ESA erhofft sich im Jänner detaillierte Fotos aus nur fünf Kilometern Abstand

Darmstadt - Während das Mini-Labor auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko
vorerst zumindest seine Arbeit eingestellt hat, widmet sich die Muttersonde "Rosetta" weiterhin der Erforschung des Überbleibsels aus der Jugendzeit des Sonnensystems. Demnächst soll "Rosetta" mit regelrechten Tiefflüge über dem rund vier Kilometer großen Brocken beginnen. Für Ende Jänner sei geplant, dass sich "Rosetta" für besonders detaillierte Fotos aus rund 30 Kilometer Abstand auf bis zu etwa fünf Kilometer heranwagt, sagte der Chef des Flugbetriebs bei der Europäischen Weltraumagentur ESA, Paolo Ferri, in Darmstadt.

Keine Gefahr durch Kometenschweif

"Tschuri" saust Richtung Sonne und soll ihr im August nächsten Jahres besonders nahe sein. Auf seiner Reise entwickelt er den typischen Kometenschweif. "Der Kometenschweif hat schon angefangen", sagte Ferri am Donnerstag. "Die Aktivität wächst praktisch ständig". Die Tiefflüge seien aber nicht wirklich gefährlich. "Nur wenn die Aktivität des Kometen plötzlich steigt." Dann müsse der Flug von "Rosetta" korrigiert werden und die Sonde wieder einen größeren Abstand zu "Tschuri" einnehmen.

Von "Rosetta" aus war dem Mini-Labor "Philae" in der vergangenen Woche eine Landung auf "Tschuri" geglückt - eine noch nie da gewesene Aktion in der Raumfahrtgeschichte. "Philae" macht wegen Strommangels jedoch derzeit Pause. Ob das Labor auf dem Himmelskörper nochmals erwachen wird, ist unklar. Mit der "Rosetta"-Mission wollen Wissenschafter mehr darüber erfahren, wie das Sonnensystem vor 4,6 Milliarden Jahre entstand und wie sich das Leben auf der Erde entwickelt haben könnte. (APA/red, derStandard.at, 20.11.2014)

  • Die Tiefflüge von Rosetta sollen ab Jänner noch detailreichere Bilder als bisher von der Oberfläche des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko liefern.
    foto: esa

    Die Tiefflüge von Rosetta sollen ab Jänner noch detailreichere Bilder als bisher von der Oberfläche des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko liefern.

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