ÖSV-Springer: Erst Spaß, dann Topleistungen

20. November 2014, 13:34
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Am Samstag hebt der Weltcup der Skispringer in Klingenthal an - ÖSV-Coach Heinz Kuttin setzt auf Zusammenhalt und Freude

Wien - Schanze frei für die flügellosen Könige der Lüfte. Mit Heinz Kuttin als neuem Cheftrainer und ohne den zurückgetretenen Olympiasieger Thomas Morgenstern starten die ÖSV-Skispringer am Samstag in Klingenthal in den Weltcup. Der Winter 2014/15 ist mit Weltcup, Vierschanzentournee und WM in Falun (Schweden) reich an Höhepunkten. Unter Kuttin ist das Nationalteam wieder näher zusammengerückt.

Der 43-jährige Kärntner hat als Nachfolger des langjährigen Erfolgscoaches Alexander Pointner ab dem ersten Tag der Vorbereitung Wert darauf gelegt, dass alle an einem Strang ziehen. Das betrifft die Teilnahme an den Trainingslehrgängen ebenso wie die Arbeit am Material.

Sechs ÖSV-Adler

"Die Athleten haben rasch gesehen, dass ich ein offenes Ohr habe und jeden individuell arbeiten lasse, auch wenn die Marschrichtung klar definiert ist", erklärte Kuttin. "Es ist sehr erfreulich zu beobachten, wie das Team jetzt zusammengewachsen ist." Weltcup-Rekordgewinner Gregor Schlierenzauer, Andreas Kofler, Tourneesieger Thomas Diethart, Michael Hayböck und Stefan Kraft haben die Vorbereitung gemeinsam absolviert, Routinier Wolfgang Loitzl (35) stieß erst im Herbst dazu.

Dieses Sextett bestreitet am Freitag (18.00 Uhr) die Qualifikation für den sonntägigen Einzelbewerb (11.30 Uhr), am Samstag (16.00/beide live ORF eins) wird die Saison mit einem Teambewerb eröffnet. Die Veranstalter im Vogtland nahe der tschechischen Grenze haben mit finnischer Technologie bei Plusgraden Schnee produziert und die Großschanze präpariert. Die großen Teams wie die Österreicher, Deutschen, Norweger, Polen und Slowenen nehmen den Weltcup ohne Schneesprünge in Angriff.

Aufwind

Kuttin ist mit der Form der Athleten jedenfalls sehr zufrieden, wenngleich er vor seinem zweiten Engagement als Cheftrainer nach jenem mit den Polen doch eine gewisse Spannung verspürt. "Aber wenn ich sehe, wie trainiert wurde und wie sie gemeinsam am Material gearbeitet haben, dann stimmt mich das sehr positiv. Das war zuletzt nicht mehr da, das habe ich als Stützpunkttrainer gemerkt. Das möchte ich auch dann sehen, wenn einmal ein Wettkampf in die Hose geht", so der Doppel-Weltmeister von 1991.

Den Athleten gefällt die Arbeit mit dem neuen Chef, sie spüren frischen Wind. Schlierenzauer will nicht ergebnisorientiert denken, mit der Freude am Sport sollen sich rasch wieder Topleistungen einstellen.

Saisonziel

"Heinz hat gesagt, das Ziel in diesem Jahr ist, dass die Athleten in Planica glücklich in Urlaub gehen können. Ich glaube, das trifft es recht gut", sagte er 24-jährige Tiroler. Sein 52. und bisher letzter Weltcupsieg datiert von Anfang Dezember 2013 in Lillehammer. In der Weltcup-Gesamtwertung war der zweifache Gewinner zuletzt Sechster. Bester war Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch (POL) vor Peter Prevc (SLO) und Severin Freund (GER).

Kuttin ist bewusst, dass er an Erfolgscoach Pointner gemessen wird und Siege "gefordert" werden. "Je früher wir einen Sieg verzeichnen können, desto besser ist es für das Team und die Trainer", betonte der Familienvater, dessen 16-jähriger Sohn Philipp im ÖSV-C-Kader der Nordischen Kombination aktiv ist. "Wenn das Team gut funktioniert, weiß ich, dass wir zu Großem fähig sind."

Rückenprotektor

Auf dem Materialsektor gab es eine wesentliche Änderung. Die Verwendung eines Rückenprotektors ist ab sofort erlaubt aber nicht verpflichtend. Die Saison dürfte eine spannende werden und sehr interessant verlaufen, glaubt Kuttin. Neben den starken Teams Deutschland, Polen, Norwegen, Slowenien und Österreich seien auch Athleten aus anderen Ländern wie Tschechien, Japan, Schweiz gut in Form. Kuttin: "Es wird sehr spannend, viele können gewinnen." (APA/red, 20.11.2014)

  • Heinz Kuttin (li) soll den ÖSV-Springern um Gregor Schlierenzauer (re) neue Flügel verleihen.
    foto: apa/ eggenberger

    Heinz Kuttin (li) soll den ÖSV-Springern um Gregor Schlierenzauer (re) neue Flügel verleihen.

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    grafik: apa
  • gregor schlierenzauer

    Schlierenzauer im Promo-Clip "Fühlen".

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