IV-Vorschlag: Schulbeginn weiterhin mit sechs Jahren

20. November 2014, 13:35
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"Startschuljahr" soll von Schule verantwortet werden, aber mit Kindergarten verschränkt sein

Wien - Nicht mit fünf, sondern weiterhin mit sechs Jahren soll für Kinder laut dem Reformkonzept der Industriellenvereinigung (IV) die Schule losgehen, wie die IV am Donnerstag in einer Aussendung präzisiert hat. Das "Startschuljahr" für Fünfjährige soll zwar inhaltlich von der Schule verantwortet werden, organisatorisch, personell und räumlich soll es aber eine Verschränkung mit dem Kindergarten geben. Damit solle auch konzeptionell ein fließender Übergang zwischen Kindergarten und Schule geschaffen werden.

Details noch nicht fix

Ob das "Startschuljahr" an der Schule oder im Kindergarten stattfinden soll, steht dabei noch nicht fest. Ein detailliertes Konzept zur Elementarpädagogik ist laut IV-Generalsekretär Christoph Neumayer gerade in Arbeit. Das Bildungskonzept intendiere jedenfalls "auf keinen Fall eine Abwertung oder gar Bevormundung der elementaren Bildungseinrichtungen".

Die St.-Nikolaus-Stiftung der Erzdiözese Wien betonte am Donnerstag in einer Aussendung, dass der Kindergarten "keine Vorstufe zum eigentlichen Lernen in der Schule" sei, und forderte vielmehr, dass sich Schulen das elementarpädagogische Bildungskonzept mit seinem forschenden Lernen zum Vorbild nehmen und Kindergartenpädagogen im ersten Schuljahr mitunterrichten lassen.

Gemeinsame Schule bis 14

Neben dem "Startschuljahr" sieht das IV-Konzept unter anderem eine ganztägige gemeinsame Schule für alle Kinder bis 14 Jahren vor, die mit einer mittleren Reifeprüfung abschließt. Für VP-Staatssekretär Harald Mahrer ist das Modell der IV "ein Konzept von mehreren, die in der letzten Zeit vorgestellt wurden", wie er in der "ZiB 2" am Mittwochabend betonte.

Es werde – "wie viele andere" Konzepte auch – in die Debatte in der Bund-Länder-Gruppe zur Bildungsreform einfließen, einen vielfach geforderten radikalen Systemwechsel lehnt er mit Verweis auf das zum Teil über Jahrhunderte gewachsene Bildungssystem allerdings ab. Man könne ein neues Schulsystem nicht wie ein Haus auf die grüne Wiese stellen, sondern müsse sich eine Reform wie eine Renovierung bei laufendem Betrieb vorstellen – "daher sind diese Vorschläge alle sehr differenziert zu betrachten", sagte er in einer Diskussion im "Journal-Panorama" des Senders Ö1.

Aufgabe der Bund-Länder-Gruppe sei es nun zu überlegen, wie die Verantwortlichkeiten und budgetären Zuständigkeiten in Zukunft sein sollen. Die Verhandler sollen vermutlich noch vor Weihnachten zum ersten Mal tagen, bis zum Jahresende will die ÖVP ihre Ideen für eine Bildungsreform präsentieren. Wichtigste Herausforderung sind dabei aus Mahrers Sicht der Kindergarten und Deutschkenntnisse als wichtigste Voraussetzung, um in die Pflichtschule einzutreten. (APA, 20.11.2014)

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