Atomdeal: Iran bei Reaktor Arak nicht weiter kompromissbereit

20. November 2014, 12:46
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Behördenchef Salehi sieht "keinen Raum" für weitere Verhandlungen

Teheran/Wien - Der Iran will in den Atomverhandlungen, die am 24. November auslaufen, im Streit um seinen Schwerwasserreaktor in Arak keine weiteren Kompromisse eingehen. Teheran habe bereits zugesagt, den im Bau befindlichen Reaktor so zu konstruieren, "dass die Bedenken ausgeräumt werden", sagte der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, laut iranischen Medienberichten vom Donnerstag.

Die Frage sei technisch bereits teilweise "erledigt", es gebe daher "keinen Raum mehr" für weitere Verhandlungen. Der Reaktor in Arak ist einer der zentralen Streitpunkte in den Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen zur Beilegung des Streits um das iranische Atomprogramm, die am Dienstag in Wien in die möglicherweise abschließende Runde gegangen sind.

Während Teheran versichert, die Anlage diene vor allem medizinischen Forschungszwecken, befürchten Israel und westliche Staaten, dass mit Plutonium aus Arak Atomwaffen hergestellt werden sollen. Der Iran hat bereits einer Modifizierung des Reaktors zugestimmt, damit er weniger Plutonium produziert.

Deadline rückt näher

In Wien ist unterdessen die Mammutrunde mit technischen Expertengesprächen im Palais Coburg fortgesetzt worden. Der Leiter der technischen Delegation Teherans, Hamid Baeidinejad, verhandelte mit Vertretern der 5+1-Gruppe über Zentrifugenanzahl und die Kontrolle des iranischen Atomprogramms durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA).

"Wir versuchen in dieser Phase der Verhandlungen, die technischen Details einer möglichen Übereinkunft zu besprechen. Es wird nicht leicht, doch die Gesprächsbasis ist gut", hieß es aus den Verhandlungskreisen gegenüber der APA.

Parallel dazu gab es in den vergangenen 48 Stunden immer wieder Gespräche zwischen der US-Delegation und den Persern wegen des Zeitplans für die Sanktionslockerungen. Im Laufe des heutigen Donnerstag sind weitere Fachgespräche zu einzelnen Streitpunkten geplant. Zudem gibt IAEA-Chef Yukiya Amano am Nachmittag eine Pressekonferenz. (APA, 20.11.2014)

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