Raiffeisen-Chef erwartet Verluste

20. November 2014, 12:51
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Klaus Buchleitner schließt nicht aus, dass sowohl die Holding als auch der Konzern heuer Verluste schreiben werden

Wien - Der Chef der Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien und der Raiffeisen Landesbank NÖ/Wien (RLB), Klaus Buchleitner, schließt nicht aus, dass sowohl die Holding als auch der Konzern heuer Verluste schreiben werden. Die Raiffeisen Holding NÖ hat im Vorjahr mit plus 180 Mio. Euro und im Konzern mit plus 125,1 Mio. Euro abgeschlossen.

Wie hoch das Minus sein werde hängt vom tatsächlichen Jahresverlust der RBI und dem Ergebnis der RZB ab. Die RBI hat im dritten Quartal einen Verlust von 119 Mio. Euro bekannt geben. Hauptursachen waren die bekannten Problemländer Ungarn und Ukraine.

Ergebnisrückgang

Das Ergebnis der RLB NÖ/Wien werde heuer nach plus 90 Mio. Euro im Vorjahr um 15 bis 20 Prozent schlechter ausfallen. Als Gründe nannte Buchleitner den Margenrückgang, höhere Risikokosten (auch regional), Einmalkosten durch die geplante österreichweite Zusammenlegung der IT sowie regulatorische Kosten wie die Meldungen an die Finanmarktaufsicht, die EZB oder OeNB.

Die RLB Niederösterreich-Wien ist mit einem Anteil von knapp 35 Prozent der größte Aktionär der Raiffeisen Zentralbank (RZB). Diese wiederum hält die Mehrheit an der börsennotierten Osteuropa-Tochter Raiffeisen Bank International (RBI). Sie erwartet für heuer wegen Sonderbelastungen in Ungarn und der Ukraine-Krise einen Verlust. Daher werde die RBI für 2014 wohl auch keine Dividende ausschütten, deutete Buchleitner an.

Gemeinsame IT im Sektor

Spätestens 2017 soll das IT-Projekt des Raiffeisensektors, das 2013 in einer "kritischen Phase" war, umgesetzt werden. Daraus erwarte man sich einen "riesigen Kostenvorteil". Die Softwarehäuser der RLBs Nieder- und Oberösterreich wurden bereits fusioniert.

Das Projekt eines gemeinsamen Zahlungsverkehrs von RLB NÖ, den Raiffeisenbanken und der RZB werde derzeit aufgebaut und sollte 2017 zur Verfügung stehen.

Anlegerverluste

Den für die Anleger mit hohen Verlusten verbundenen Verkauf von geschlossenen Schiffs- und Immobilienfonds sieht Buchleitner "mittlerweile entspannt". Gleichzeitig betonte er, dass Raiffeisen die Fonds nicht in den eigenen Büchern habe. Wie berichtet, wurden über 7000 Anleger geschädigt, mit dem Verein für Konsumenteninformation wurde "ein großzügiger Vergleich" abgeschlossen. Die Kunden die derartige Fonds gekauft haben, hätte "aber gewusst, was sie kaufen".

Mit dem Geschäftsverlauf in der RLB ist Buchleitner heuer zufrieden. Eine Kreditklemme gebe es nicht, aufgrund der Auflagen dauert eine Kreditvergabe länger und sie sei schwieriger. (cr, derStandard.at, 20.11.2014)

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