Microsoft-Abteilungen streiten um Startseite des Internet Explorers

20. November 2014, 09:43
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Default-Einstellung bringt Zugriffe – Bing, MSN und Windows 10 streiten um Platzierung

Hunderte Millionen Windows-PC werden jährlich verkauft. Auf ihnen ist der Internet Explorer vorinstalliert und als Standardbrowser festgelegt. Startet man ihn, gelangt man automatisch auf die Website von Microsofts MSN-Dienst. Das sorgt für massive Zugriffe – denn zig Millionen Nutzer ändern diese Voreinstellungen nie. So ist MSN mit monatlich über 80 Millionen Nutzern noch immer eine Fixgröße.

Heftiger Streit

Jetzt ist innerhalb von Microsoft allerdings ein heftiger Streit um die künftige Default-Startseite des Internet Explorers entbrannt. So will Windows-Chef Terry Myerson, dass Nutzer in Zukunft Neuigkeiten und Hinweise zu Microsofts in Entwicklung befindlichem Betriebssystem Windows 10 erhalten. So soll Vorfreude geschürt und ein späterer Umstieg motiviert werden.

Online-Dienste streiten unter sich

Naturgemäß passt das Qi Lu nicht, der Microsofts Online-Dienste wie eben MSN oder Bing leitet. Er kriegt aber Stress aus den eigenen Reihen: Denn Derrick Conell, der für Bing verantwortlich ist, will die Suchmaschine als Startseite des Internet Explorer; wogegen sich MSN-Chef Brian Macdonald heftig wehrt.

Kleine Änderung mit großen Folgen

Die internen Scharmützel sollen dabei schon im September angefangen haben, als ein neues Design für MSN online ging. Klickte ein Nutzer nun auf angezeigte wichtige Themen, wurde nicht mehr eine Bing-Suche gestartet, sondern auf einen Artikel ausgewählter Nachrichtenseiten weitergeleitet. Das soll zu signifikanten Verlusten bei den Bing-Zugriffszahlen geführt haben, weshalb hastig ein "Most Trending on Bing"-Element hinzugefügt wurde.

Kein Kommentar von Microsoft

Die internen Querelen sollen dann wiederum dazu geführt werden, dass sich auch Windows-Chef Myerson in die Debatten um die Default-Seite eingeschaltet hat, so Quellen zu Business Insider. Offiziell streitet Microsoft die Zerwürfnisse ab. "Bing und MSN wachsen weiter", so Microsoft, "das neue MSN kommt hervorragend an." (fsc, derStandard.at, 20.11.2014)

  • Der Internet Explorer ist zumindest Microsofts "Beauty of the Web" - jetzt ist ein Streit um seine Startseite entbrannt
    foto: epa

    Der Internet Explorer ist zumindest Microsofts "Beauty of the Web" - jetzt ist ein Streit um seine Startseite entbrannt

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