Tote bei Schneestürmen in den USA

Ansichtssache mit Video20. November 2014, 08:42
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Kältester Novembermorgen seit 1976, Menschen steckten stundenlang in ihren Auto fest

New York - Bei einem frühen Wintereinbruch sind in Teilen der USA heftige Schneefälle niedergegangen, die Temperaturen teilweise auf den Gefrierpunkt gesunken. In Buffalo im Bundesstaat New York starben am Dienstag fünf Menschen, berichtete die Zeitung "USA Today".

Eine Person kam bei einem Autounfall ums Leben, drei erlitten beim Schneeschaufeln einen Herzinfarkt, ein Mann wurde tot in einem Auto entdeckt, hieß es nach offiziellen Angaben. Zwei weitere Personen kamen demnach in den Bundesstaaten New Hampshire und Michigan ums Leben.

Autobahnen teilweise gesperrt

In Buffalo fiel mehr als ein Meter Schnee. Bürgermeister Byron Brown sprach von der größten Schneemenge seit mehr als 40 Jahren. "Es wird eine Weile dauern, den wegzuschaufeln", sagte Brown dem Fernsehsender CNN. Autobahnen mussten zeitweise gesperrt werden, die Polizei versorgte Autofahrer mit Decken. Einige ließen ihre Autos auf den Straßen stehen und übernachteten bei der Polizei. Eine Frauenbasketballmannschaft blieb 24 Stunden lang in ihrem Bus am Straßenrand im Schnee stecken.

Pausenlos waren Räumfahrzeuge im Einsatz, um die Schneemassen wegzuschaufeln. Die Autobahn 90, eine Hauptverkehrsader im Bundesstaat New York, musste über eine Strecke von mehr als 200 Kilometern komplett gesperrt werden. Wann sie wieder öffnen würde, blieb zunächst unklar.

Eineinhalb Tage im Schnee gefangen

Laut einem NBC-Bericht steckten mehr als 100 Autos im Schnee fest, einige für mindestens eineinhalb Tage. An Orten mit weniger Schnee stellten vereiste Straßen Autofahrer auf eine harte Probe. "Wenn Sie in einer vom Sturm betroffenen Gegend sind, halten Sie sich von der Straße fern. Mehr Schnee ist unterwegs", twitterte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo.

Kältester Novembermorgen seit 1976

Die USA erlebten am Dienstag den kältesten Morgen im Monat November seit 1976, sagte Meteorologe Ryan Maue der Zeitung "USA Today". Wegen kalter Luft aus der Arktis, die über die Großen Seen hinwegströmte, lagen die Temperaturen in den USA mit Ausnahme von Alaska und Hawaii im Schnitt bei minus sieben Grad Celsius. Eine solche Wetterlage sei normalerweise erst im Jänner oder Februar zu erwarten.

Buffalo ist die am stärksten von den Wetterkapriolen betroffene Stadt und steuert auf einen Schneerekord zu. Meteorologen gingen davon aus, dass am Donnerstag und Freitag auf die dort bereits niedergegangenen eineinhalb Meter weitere Mengen fallen werden. Gouverneur Cuomo sprach bei einem Besuch von einem "historischen Ereignis". "Wenn alles vorbei ist, wird dieser Schneesturm jede Menge Rekorde brechen – und für Buffalo will das schon etwas heißen", sagte Cuomo nach Angaben der Onlineausgabe von "USA Today".

Schnee in der Hälfte aller Bundesstaaten

Auch andere Teile der USA wie Pennsylvania, Ohio, Michigan und Wisconsin versanken im Schnee, die Temperaturen rutschten teilweise auf den Gefrierpunkt. In der Hälfte aller Bundesstaaten lag Schnee. Der Nationale Wetterdienst sprach von "beeindruckenden Schneefällen". Er erwartete am Donnerstag und Freitag besonders im Gebiet um die Großen Seen im Nordosten der USA mehr Schnee.

Der Sturm wirbelte auch den Tourkalender der Band Interpol durcheinander. Die Musiker steckten wegen des Schneesturms nahe Buffalo in ihrem Tourbus fest, hieß es am Mittwoch auf der Website der Band. Seit mehr als 40 Stunden seien sie darin gefangen. Das für Donnerstag im kanadischen Montreal geplante Konzert sagten Interpol ab. (APA, 20.11.2014)

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foto: reuters/lindsay dedario

Lake Erie in Buffalo in New York.

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foto: ap/derek gee

Weitere Aufnahmen aus Buffalo.

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Schneeräumung in der Stadt Cheektowaga nahe Buffalo.

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foto: ap/derek gee

Das Ralph Wilson Stadium in Orchard Park, New York, ist unter Schnee begraben.

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foto: ap/gary wiepert

Auf der Route 20 in Lancaster, New York.

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