Raiffeisen Bank International rutscht in rote Zahlen

20. November 2014, 08:07
155 Postings

Allein im dritten Quartal musste um 80 Prozent mehr für faule Kredite zurückgelegt werden

Wien - Die börsennotierte Raiffeisen Bank International (RBI) ist nach hohen Abschreibungen und Kreditvorsorgen im dritten Quartal in die roten Zahlen gekommen. 2014 wird das erste Verlustjahr in der Geschichte der Bank. Belastet wird die RBI in der Ukraine und in Ungarn.

Nach neun Monaten wies die Bank in Summe noch einen Nettogewinn von 225 Millionen Euro aus, vergangenes Jahr um diese Zeit hatte es noch 411 Millionen Euro Gewinn gegeben. Im Sommer hat der Vorstand allerdings eine Gewinnwarnung abgesetzt und damit schon ein rotes drittes Quartal in den Raum gestellt. Im dritten Quartal gab es nun einen Nettoverlust von 119 Millionen Euro.

Ukraine belastet Bilanz

Wegen der Ukraine-Krise stiegen die Nettodotierungen zu den Kreditrisikovorsorgen bis September um 35 Prozent auf 1,083 Milliarden Euro. Die Eigenmittel wurden zusätzlich in dreistelliger Millionenhöhe durch Währungsverluste (Ukraine, Rubel) belastet.

Allein im dritten Quartal musste um 80 Prozent mehr für faule Kredite zurückgelegt werden. Der Vorstand spricht hier von negativen Einmaleffekten. "Die Krise in der Ostukraine führte zu einem starken Anstieg der Risikokosten, und auch die bankenfeindliche Gesetzgebung in Ungarn brachte hohe Folgekosten, während das operative Ergebnis im Quartalsvergleich nahezu stabil geblieben ist", erklärte der RBI-Vorstand in einer Mitteilung Donnerstagfrüh. Bankchef Karl Sevelda sieht 2015 bereits wieder einen Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe.

Vorerst müssen aber noch die Belastungen aus faulen Krediten verbucht werden. Für Problemkredite müssen heuer rund 1,8 Milliarden Euro zurückgelegt werden. (APA, 20.11.2014)

Share if you care.