TV-Drama "Meine Frau, eine Fremde" mit Ursula Strauss

19. November 2014, 17:00
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ORF/ZDF-Koproduktion wird noch bis Anfang Dezember in Wien gedreht - Erste Rolle für Strauss nach Unfall: "Ich freue mich, dass ich arbeiten kann und darf" - Gesteht "mulmiges Gefühl"

Wien - Es ist ein Unfall, der die Sache ins Rollen bringt: Nachdem Maria Hofer von einem Auto erfasst wird und als Folge dessen ihr Gedächtnis verliert, scheint es sich zunächst um einen Fall von Fahrerflucht zu handeln. Doch sukzessive schälen sich im ORF/ZDF-Drama "Meine Frau, eine Fremde" weitere Aspekte heraus, die mehr Menschen betreffen als ursprünglich angenommen. Bis das Opfer "verschwindet".

So drückte es jedenfalls Cornelius Obonya aus, der an der Seite von Kollegen wie Ursula Strauss und Harald Krassnitzer derzeit in Wien vor der Kamera steht. "Da passiert so eine Explosion und dann fliegen die Teile den verschiedensten Menschen um die Ohren", erläuterte Obonya gegenüber Journalisten. "Es kommen ganz andere Stränge auf, die auch lauter Opfer zeigen. Jeder versucht sein Fähnchen zu schwenken und laut aufzuschreien: Mir geht es auch nicht gut! Und das eigentliche Opfer verschwindet dann..."

Verquickung

Obonya selbst gibt Josef Pöschl, den ersten Cellisten an der Staatsoper, der mit Dirigent Lukas Horvath (Philipp Hochmair) so seine Probleme hat. Horvath wiederum ist der heimliche Geliebte der von Strauss verkörperten Maria Hofer, wovon ihr Ehemann Bruno (Krassnitzer) zunächst nichts weiß. Und dann wäre da noch der anonyme Unfallversucher, an dessen Fersen sich Bruno heftet. "Das Besondere an dieser Story ist die Verquickung", skizzierte Krassnitzer die komplexe Sachlage. Letztlich gehe es darum, wie "jeder mit seinen Partikularinteressen umgeht. Jeder hat seine eigene Perspektive."

Für Strauss ist ihre Rolle auch eine Konfrontation mit jüngsten Ereignissen, war der Publikumsliebling doch erst vor wenigen Wochen selbst in einen Autounfall verwickelt. "Auf absurde Art und Weise deckt sich das an manchen Punkten", das sei es aber auch schon gewesen, unterstrich die Schauspielerin. "Ansonsten ist es wie jeder andere Film einfach eine neue Geschichte." Sie selbst fühle sich jedenfalls gut: "Ich freue mich, dass ich arbeiten kann und darf. Es macht Spaß." Wo sie für die Dreharbeiten noch auf Krücken zurückgreife, sei das im Alltag eigentlich nicht mehr der Fall. "Außer es wird mir zu anstrengend oder es sind zu lange Distanzen."

Strauss: "Mulmiges Gefühl"

Am Set, wo sie seit Anfang November wieder aktiv ist, habe sie anfangs aber schon "ein mulmiges Gefühl" gehabt. "Es ist aber nicht die gleiche Situation. Die Frau, die ich spiele, wird auf offener Straße von einem Auto erfasst. Es ist einfach Arbeit und eine Geschichte, die man erzählt. Und die Stuntleute waren so lieb und aufmerksam, wie das ganze Team." Selbst ist Strauss übrigens am Dienstag wieder hinter dem Steuer eines Autos gesessen, wie sie erzählte. "Es hat super funktioniert, obwohl ich Angst hatte, dass mir die Nerven flattern. Aber das war nicht der Fall."

Eine "grauenvolle Vorstellung" sei hingegen jene eines Gedächtnisverlusts, wie ihn ihre Figur erlebt. "Man muss sich vorstellen, dass man alles zum ersten Mal sieht, wie ein Kind ohne Geschichte", beschrieb Strauss ihre Herangehensweise. Für die offensichtlich zerrüttete Ehe zwischen Maria und Bruno biete diese Situation aber auch die Möglichkeit eines "Reset", wie Krassnitzer anmerkte. Sein Charakter stehe vor der Frage, ob er "diese Möglichkeit, sich neu zu treffen", annimmt oder nicht. "Klärt er alles auf oder genießt er den Zustand, weil er weiß, dass etwas neu beginnen kann? In diesem Spannungsfeld passieren sehr dramatische Dinge."

Eine wesentliche Rolle in dem von Lars Becker inszenierten Drama, das noch bis Anfang Dezember in Wien gedreht wird, nimmt der Geliebte ein. "Durch die Zeugnisse der Vergangenheit, sprich ein gefundenes Handy, tauche ich auf", umriss Hochmair seine Figur. "Das muss von der Familie verarbeitet werden." Das Thema selbst sei seiner Einschätzung nach ein "sehr gelungenes für unsere Zeit". Am Ende ist "die Identität dieser Frau, die es einmal gegeben hat, als digitale Ladung da". Was das letztlich für das Gesamtgefüge bedeuten wird, darauf müssen die Zuschauer noch etwas warten: Der Sendetermin für "Meine Frau, eine Fremde" ist noch offen. (APA, 19.11.2014)

  • Harald Krassnitzer, Ursula Strauss und Regisseur Lars Becker.
    foto: orf/zdf/monafilm/oliver roth

    Harald Krassnitzer, Ursula Strauss und Regisseur Lars Becker.

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