Federer, Wawrinka, die brodelnde Küche 

19. November 2014, 16:56
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Schweizer Zores vor dem Daviscup-Finale gegen Frankreich: zwischen den eidgenössischen Protagonisten soll es gekracht haben

Villeneuve-d'Asc - Die Schweiz gegen Frankreich - oder Roger Federer gegen Stan Wawrinka? Vor dem Daviscup-Finale soll die Stimmung im Schweizer Team nicht die beste sein, auch wenn, wie der Schweizer Verband auf seiner Homepage vermeldete, der erste Tag in Villeneuve-d'Asc "mit einem entspannten Teamessen" ausgeklungen sei.

Im Halbfinale der ATP World Tour Finals am Samstag in London fühlte sich der knapp unterlegene Wawrinka angeblich durch Zwischenrufe von Federers Ehefrau Mirka ("Cry, baby, cry") so gestört, dass er Federer nach dem Match in der Kabine zur Rede stellte. Das hat jedenfalls ESPN-Kommentator John McEnroe erzählt.

Die Tatsache, dass Federer (Privatjet), der am Freitag gegen Gael Montfils eröffnen soll, und Wawrinka (Eurostar) getrennt nach Lille gereist waren, heizte die Gerüchteküche noch weiter an. "Federer - Wawrinka: 'Je t'aime moi non plus'" ("Ich liebe dich, ich dich auch nicht") titelte die L'Equipe in Anlehnung an den berühmten Lamourhatscher von Serge Gainsbourg und Jane Birkin. Am Dienstag versuchten Federer und Wawrinka zu beschwichtigen. Niemand trage dem anderen etwas nach, sagte Federer. "Wir sind Freunde, keine Feinde." Wawrinka sagte, die Angelegenheit sei "von der Presse aufgebauscht" worden.

Federer angeschlagen

Dass hinter der Fitness von Federer, der am Rücken verletzt ist, ein Fragezeichen steht, ist derweil noch eine Nebensache, die sich freilich sehr schnell zur Hauptsache entwickeln könnte. Der 17-malige Grand-Slam-Champion konnte am Mittwochnachmittag in Villeneuve-d'Asc bei Lille erstmals auf dem Sandplatz trainieren und machte dabei einen guten Eindruck. . Der 33-Jährige hatte wegen seiner Blessur das Endspiel in London gegen gegen Novak Djokovic absagen müssen.

Seit seiner Ankunft in dem Vorort von Lille hat Federer noch keine Einheit im Stade Pierre-Mauroy absolviert, die die Franzosen für das Finale ausgewählt haben. Am Dienstagabend hatte er gesagt: "Ich mache Fortschritte. Aber ich weiß, dass ich nicht mehr viel Zeit habe, um fit zu werden. Ich versuche alles." (sid, red - DER STANDARD, 20.11.2014)

  • Auf dem offiziellen Schweizer Teamfoto haben Wawrinka (links) und Federer etwas später einträchtig gelächelt. Doch mag sein, dieses Bild von der ersten Pressekonferenz spiegelt die Stimmung im Schweizer Team etwas besser wider.
    foto: reuters/rossignol

    Auf dem offiziellen Schweizer Teamfoto haben Wawrinka (links) und Federer etwas später einträchtig gelächelt. Doch mag sein, dieses Bild von der ersten Pressekonferenz spiegelt die Stimmung im Schweizer Team etwas besser wider.

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